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Veranstaltungen 2022

Die griechischen Könige Baktriens: Von Diodotos I. bis Antimachos I. (ca. 250–170 v. Chr.)

Am 20. September 2022:

Vortrag:

Dr. des. Julian Wünsch, München:

Titel: Die griechischen Könige Baktriens: Von Diodotos I. bis Antimachos I. (ca. 250–170 v. Chr.)

Inhalt: Der Vortrag behandelt die ersten acht Machthaber des hellenistischen, graeco-baktrischen Königreiches (im Norden des heutigen Afghanistans): Die zu erzählende Geschichte umfasst die Erlangung der baktrischen Unabhängigkeit durch Diodotos I. und ihre Verteidigung durch Euthydemos I., den Indienfeldzug des Demetrios I. sowie den Aufstieg neuer Herrscherfamilien nach dem frühen Tod des Euthydemos II. In Ermangelung schriftlicher Quellen kommt der Münzprägung eine entscheidende Bedeutung für die Rekonstruktion der damaligen Ereignisse zu – eine genaue Betrachtung der Ikonographie ermöglicht es, das Herrschaftsverständnis und die Legitimationsstrategien der baktrischen Könige nachzuzeichnen.

Der Vortrag findet statt in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München, Residenzstr. 1, von ca. 18:15 – 20:00. Gäste sind wie immer herzlich Willkommen !

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Veranstaltungen 2022

Metallanalysen der BNG in der Staatlichen Münzsammlung München

In der Staatlichen Münzsammlung finden im September 2022 umfangreiche metallurgische Untersuchungen der BNG ua zu antiken Elektronmünzen und Bayerischen Flußgolddukaten statt. Festgestellt werden dabei die Anteile an Gold, Silber, Kupfer und die verschiedenen Spurenelemente. Münzen aus Elektron sind aus der Anfangszeit des Münzgeldes. Bayerische Flußgolddukaten enthalten Gold aus den Flüssen Donau, Inn, Isar, und dem Rhein. Aus den Legierungszusammensetzungen können wichtige Numismatische Erkenntnisse gewonnen werden, wie zB zur Zeitstellung der Münzen und der Reinheit und Herkunft des Metalls.

Mitglieder der BNG und der Staatlichen Münzsammlung München bei den Analysen.
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Veranstaltungen 2022

Warum griffen römische Kaiser auf ihren Vorgänger Augustus zurück?

Vortrag am 19.7.2022: Marco Besl M.A., Mag. Theol., München: Warum griffen römische Kaiser auf ihren Vorgänger Augustus zurück? Zur Bildrepräsentation kaiserlicher Münzen im römischen Prinzipat. –

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Veranstaltungen 2022

Nero nach Modell. Computergestützte Stempelstudien zur römischen Finanzgeschichte.

Vortrag am 21.6.2022: Prof. Dr. Ernst Emanuel Mayer, Yale – NUS College Singapur

Neue Computermodelle erlauben, Stempelstudien in bisher nicht da gewesenem Umfang durchzuführen. Dies ermöglicht auf breiter Materialbasis und mithilfe neuer statistischer Methoden, den Umfang der römischen Reichsprägung im Rahmen sinnvoller Größenordnungen abzuschätzen. Am Beispiel Nero’s läßt sich zeigen, dass der römische Staat für die Deckung seiner Ausgaben selbst im Rahmen groß angelegter Münzreformen nicht auf primär die Münzprägung sondern auf Steuereinnahmen zurückgreifen musste.

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Veranstaltungen 2020

Neue Aspekte der archaischen Münzprägung in Milet

Digitaler Vortrag am 13.09.2020, Rudolf Hilbert, München.

Der Vortragende stellte neue Erkenntnisse zu der umfangreichen Elektronprägung von Milet aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. vor. Die Stempelstudie der Emission zeigt, dass sie in drei verschiedene Prägephasen unterteilt werden kann, die sich u. a. durch Änderungen in den Motiven der Rückseitenpunzen und durch den sukzessiven Wegfall einzelner Nominalstufen unterscheiden lassen. Zudem konnte über Stempelkoppelungen nachgewiesen werden, dass die bisher nach Mylasa gegebenen 1/48-Statere mit dem Skorpion auf der Rückseite in Milet geprägt wurden. Durch neuere Forschungen erscheint für den Beginn der Prägung ein früheres Datum, zwischen 620 und 600 v. Chr. wahrscheinlicher als das in dem Buch über die milesische Elektronprägung (Hilbert 2018) genannte Datum um 600 v. Chr. Anhand des erhöhten Emissionsvolumens in der zweiten Prägephase und des rapiden Abfalls in der nachfolgenden dritten Phase erschien es dem Vortragenden plausibel, das Ende der Phase 2 um das Jahr 546 v. Chr. und somit gleichzeitig mit dem Untergang des lydischen Reiches anzusetzen. Bei der Legierung der Münzen konnte im zeitlichen Verlauf eine Abnahme des Goldanteils zugunsten des Kupfers festgestellt werden. Darüber hinaus wurden auch technische Aspekte der Prägung behandelt. Die metallographische Untersuchung einer Hemihekte deutet darauf hin, dass der Schrötling aus der flüssigen Phase schnell abgekühlt wurde und die Prägung im kalten Zustand erfolgte. Missgeschicke während des Prägevorgangs (Stichwort ‚Leerschlag‘) konnten an einzelnen Stateren nachgewiesen werden. Statistische Bemerkungen zur Stempelschätzung sowie zur Frage des Grades der Vollständigkeit des Münzcorpus (Stichwort ‚Coverage‘) wurden kurz angesprochen. Anhand einer Grafik wurde das jährliche Aufkommen an neuen Münzen seit dem Jahr 1800 dargestellt. Schließlich wurde eine überschlagsmäßige Schätzung der Anzahl der insgesamt ausgegebenen Münzen pro Nominal abgegeben und der Wert dieser Münzen in ein zu der Zeit gültiges Silberäquivalent umgerechnet.