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Veranstaltungen 2023

“Der Fürther Medailleur und Rechenpfennig-Produzent Johann Christian Reich (1730–1814).”

> 21.11.2023, Dr. Mathias Ohm, Stuttgart:

“Der Fürther Medailleur und Rechenpfennig-Produzent Johann Christian Reich (1730–1814).”

Abstrakt:

Johann Christian Reich zählt zu den produktivsten Medailleuren des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts. In seiner langen Laufbahn schuf er mehr als 400 Rechenpfennige und über 150 Medaillen, insbesondere auf bedeutende zeitgenössische Personen und Ereignisse. Darunter waren Kaiser Leopold II., König Friedrich II. von Preußen oder der Ballonaufstieg von Jean-Pierre Blanchard in Frankfurt. Reich war brandenburgisch-ansbachischer, preußischer und schließlich auch bayerischer Hofmedailleur. Seine Medaillen greifen auch Ereignisse in Bayern auf, wie die Geburt des späteren Königs Ludwig I.. Der Vortrag beleuchtet Johann Christian Reichs Leben und die Themen seiner Medaillen beleuchtet wie die Zusammenarbeit mit seinem Sohn Johann Matthäus.

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Möglichkeiten und Grenzen moderner naturwissenschaftlicher Analysen in der Numismatik.

> 17. Oktober 2023: Dr. Robert Lehmann, München

Abstrakt:

Vorgestellt werden mehrere Beispiele aus der Zusammenarbeit mit Museen, von Keltenmünzen zu orientalischen Münzen bis hin zu amüsanten Exkursen der kriminalistisch interessanten Euro-Fälschungen aus den Gefängnissen in München zur Auflockerung.

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Herkules Farnese – Bildnisse und Münzen

> 19. September 2023, 18:15, Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München, Residenzstr 1

Bernd Hamborg, Ülzen: Herkules Farnese – Bildnisse und Münzen.


Die Statue des Herkules Farnese war in der römischen Kaiserzeit weit verbreitet und beliebt. Mit über 90 bekannten Kopien ist sie eine der am häufigsten kopierte Statue der Antike. Diese Beliebtheit zeigt sich auch in der Münzprägung. Neben Rom haben über 70 Städte des Reiches dieses Motiv auf ihre Münzen gesetzt.

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Wer steht hinter der mysteriösen Silberprägung für MAXIMIANVS ?

18. Juli 2023: Wolfram Tillack, München.

Wer steht hinter der mysteriösen Silberprägung für MAXIMIANVS ? Hier die Videoaufzeichnung des Vortrags:

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Arbeitskreis Experimentelle Numismatik

In Zusammenarbeit mit der Archäologischen Staatssammlung München (B. Ziegaus) und der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft (D. Klose und A. Pangerl).

Das jährliche Treffen des Arbeitskreises Experimentelle Numismatik fand am 13. und 14.7. 2023 in München statt.

Hier werden demnächst Abstracts zu den folgenden Themen eingestellt:

Agenda:

13.7. Donnerstagnachmittag:

In der Archäologischen Staatssammlung wurde ein 2019 entdeckter, keltischer Potinfund aus der Gegend von Würzburg vorgestellt und diskutiert. Es handelt sich um 261 gegossene Sequanerpotins aus dem späten 2. Jh. v. Chr. Etwa die Hälfte des Fundes stammt aus dem Pflughorizont, weshalb die Münzen über mehrere Quadratmeter verteil an der Oberfläche lagen. Anlässlich der Nachuntersuchung der Fläche zeichnete sich eine Fundkonzentration ab, so dass man sich entschied, diese Münzen im Block zu bergen und später eine Ausgrabung unter Laborbedingungen in den Restaurierungsateliers der Archäologischen Staatssammlung vorzunehmen.

Im Fraunhofer-Institut IIS in Fürth wurde 2021 der Erdblock mit den Münzen vorab mittels Computertomographie untersucht. Mit einem speziellen Softwareprogramm konnten vom Block Schichtaufnahmen und dreidimensionale Bilder erstellt werden, die zeigen, wieviel Münzen sich in dem Block befinden und wie sie zueinander liegen. Die Aufnahmen sind in ihrer Qualität so gut, dass man sogar Informationen über die Münztypen und Varianten erhalten kann. CT-Untersuchungen bieten also im Vorgriff auf die Freilegung und die Auflösung eines Erdblocks die Chance, mehr über das Innenleben von noch nicht ausgegrabenen Objekten zu erfahren. Außerdem erlaubt die CT ein gut nachvollziehbares Vorgehen und eine sehr genaue Dokumentation während des schichtweisen Abtrags, bevor dann in einem zweiten Schritt die Beschreibung, Bestimmung und Deutung der Münzen beginnt. (Ziegaus)

Im weiteren wurden mit RFA Metallanalysen durchgeführt ua an keltischen Fundmünzen aus Thüringen (Schlapke), an mittelalterlichen Münzen aus einem Fund in Salzburg (Hylla), sowie an einer Münzwaage aus Norditalien aus dem späten 18. Jdt, mit diversen Gewichten für Goldmünzen (Pangerl).

14.7. Ganztägig zu den Themen:

Vorstellung eines Prägestocks zur Herstellung von religiösen Medaillen aus Salzburg (Hylla)

Aspekte der naturwissenschaftlichen Untersuchungen zu den Imitationen römischer Denare aus der Siedlung Frienstedt. (Schlapke)

Gibt es “stempeltechnische Merkmale”, die sich zur Systematisierung von barbarisierten Denaren eignen könnten, Diskussion anhand einiger Beispiele stark barbarisierter Gaius-Lucius-Denare (u.a. mit Thüringer Fundprovenienz). (Schlapke)

Wurden Prägestempel für Dekadrachmen aus Syrakus graviert oder gegossen ? (Kreutzer)

Armenische Silbermünzen des Königs Levon II. (1270–1289); ganze und halbe Drams wurden mit den selben Stempeln geprägt. Zukünftig geplant ist ein Prägeexperiment: Wie konnte man den raschen Verschleiß der Stempel bei zu kleinen Schrötlingen verhindern ? (Klose)

Übersicht der wichtigsten experimentellen Ergebnisse der letzten 20 Jahre der Münzwerkstatt in Zschopau (Hammer)

Herstellungsfragen zu römischen Militärdiplomen, Gewalzt oder gegossen / geschliffen ? Einfluss der besonderen funktionalen Diplomlegierung auf die Massenherstellung der Diplombleche und die Stichelung der Schrift; mit Lupenvorführung an Originalen (Pangerl & Lehmann)

Herstellungstechnik einer spätrömischen Tessera des 5. Jahrhundert. Eingelegte Schrift in Silber. (Pangerl & Lehmann)

Ergebnisse der Schrötlingsherstellung aus Messing zur zukünftigen Sesterzenprägung (Brüstle)

(Fotos Andreas Pangerl)

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Zur Legierung und Metrologie von Elektronmünzen – ein Zwischenbericht

> 20. Juni 2023:

Rudolf Hilbert, Robert Lehmann, München: Zur Legierung und Metrologie von Elektronmünzen – ein Zwischenbericht

Hier die Aufzeichnung des Vortrags. Bitte schicken Sie ein Email an info@bngev.de für das Password.

https://bayerischenumismatischegesellschaft.my.webex.com/bayerischenumismatischegesellschaft.my/ldr.php?RCID=2f98394a9e599c0c4ec5be7a2049177b

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Das Geld der Dichter (in Goethezeit und Romantik)

16. Mai 2023: Dr. Frank Berger, Kurator am Historischen Museum Frankfurt, zuständig für das Münzkabinett, Waffen und Rüstungen, Technik, Modelle und Dioramen Frankfurt

Abstract: Anhand von Tagebücher, Briefen und anderen Quellen berichtet der Vortragende über die finanziellen Angelegenheiten von Dichtern, Malern und Komponisten der Goethezeit. Vorab vergleicht er allgemein deren Einkommen und Lebenssituation mit heutigen Bedingungen: Was bedeutete Armut, gesicherter Lebensunterhalt oder Luxus?

Text zum Bild: Friedrich Wilhelm Schelling war 1841 als ordentlicher Professor, Generalkonservator der Sammlungen und Philosophielehrer des Kronprinzen mit 4500 Gulden Jahresgehalt der höchstbezahlte Beamte Bayern. Dies entspricht, der These des Referenten zufolge, heute einem Betrag von 513.000 Euro.

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“Zahlungsmittel bei Homer”

18. April 2023: Prof. Dr. Werner Tietz, Historisches Institut für Alte Geschichte, Köln: “Zahlungsmittel bei Homer”

Wir bieten ab diesem Jahr unsere Vorträge nach Möglichkeit zusätzlich online an, um Mitgliedern und Interessierten auch ohne persönliche Präsenz eine Teilnahme an unseren Veranstaltungen zu ermöglichen.
Unser Webex Eingang wird ab 18:15 geöffnet: Bitte schicken Sie uns vor dem Meeting eine Email an info@bngev.de wenn Sie per Webex teilnehmen möchten. Wir schicken Ihnen dann einen Link für Ihre Teilnahme.

Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen – Gäste willkommen

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Haus ist so groß wie der Himmel, kleiner ist es aber als sein Herr (Mart. 8,36,12)“ – Stadtrömische Bauten und Monumente auf Münzen Domitians als Herrscherlob

21. März 2023: Prof. Dr. Reinhard Wolters, Wien: „Das Haus ist so groß wie der Himmel, kleiner ist es aber als sein Herr (Mart. 8,36,12)“ – Stadtrömische Bauten und Monumente auf Münzen Domitians als Herrscherlob.

Vorgestellt wurde eine Gruppe von vier seltenen Sesterzen aus der Reichsprägung Domitians, die Architekturmotive bzw. Monumente der Stadt Rom zeigen. Dieselben Monumente sind bei den Epikern Martial und Statius teils ausführlich beschrieben. Die Zeitgenossen Domitians setzten die überhöhende Beschreibung der Bauten als Mittel zur Verherrlichung des Kaisers ein, den sie als überlegenden militärischen Sieger und als allein mit Iupiter vergleichbaren Herrscher präsentierten. Eine derartige panegyrische Haltung kann auch für die Urheber der Sesterzserie erkannt werden: Unverkennbar zielten die Münzmagistrate mit den Münzbildern auch auf den Kaiser selbst als Publikum.

Ein besonders strittiges Motiv wurde als der neu errichtete kaiserliche Palast auf dem Palatin identifiziert. Dabei ist der tempelartige Aufbau an der Spitze der gestuften Darstellung ebenfalls als Übersteigerung zu verstehen, welche die unter den Zeitgenossen gängige Metapher des domitianischen Palastes als „Tempel“ in ein Bild setzte. Das Experimentieren mit neuen Ausdrucksformen durchzieht auch die anderen Motive dieser Serie.

Zur Abbildung:

Zu einem Medaillon gefasster Sesterz RIC II.1² 799 (Domitian): 57 mm; 52,93 g. Gefunden wurde das Medaillon in gesichertem archäologischen Kontext in einem Brandgrab bei Bonn (publiziert BJ 1960), verwahrt wird es im LVR-Landesmuseum Bonn. Das Foto ist von Herrn Lothar Kornblum. Die Abbildungsrechte für weitere Verwendungen des Fotos bleiben beim Landesmuseum Bonn.

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Der Graveur und Medailleur Max Gube

14. Februar 2023: Achim Feldmann, München: Der Graveur und Medailleur Max Gube.

Dieser wurde am 20. Mai 1849 in Ratibor in Oberschlesien als Sohn der Kaufleute Siegfried und Johanna Gube geboren. Nach Absolvierung der Handelsschule begann er eine Ausbildung als Stein- und Wappenschneider. Mit 19 Jahren siedelte Max Gube 1868 nach Berlin um, um sich als Bildhauer an der Kunstakademie ausbilden zu lassen, wechselte dann jedoch kurze Zeit später auf die Akademie in Wien.

Im November 1873 heiratete er im Alter von 24 Jahren Therese von Rassovsky, Tochter der Gutsbesitzerseheleute Josef und Sascha Josefa von Rassovsky. Das Paar hatte sechs Kinder, von denen jedoch drei bereits als Säugling oder Kleinkind starben.

Anfang 1875 siedelte die Familie nach Genf über, wo sich Gube einen Ruf als Gemmenschneider und Siegelgraveur machte. Bereits im November 1875 kamen sie dann nach München. Hier gelang es Max Gube, sich zunächst als Steinschneider und durch die Anfertigung von Siegeln und Exlibris seinen Unterhalt zu verdienen, erregte dann aber durch eine Reihe von guten Medaillen die Aufmerksamkeit des Wittelsbacherhauses. So ist er mehrfach von Ludwig II. mit bedeutenden Arbeiten betraut wurde. Seit 1891 war er Hofgraveur des Prinzen Alfons von Bayern. Bekannt ist er vor allem für Porträtmedaillen auf Münchner Bürger und einige Salzburger Erzbischöfe. Schließlich hat er auf dem Höhepunkt seines Schaffens eine Reihe hervorragender Porträts des Prinzregenten Luitpold geschaffen. Von seinem Oeuvre von etwa 80 Medaillen ist etwa die Hälfte in seinen letzten fünf Lebensjahren entstanden. Max Gube war Mitglied in der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft. Dann erkrankte er jedoch und ist nach kurzem, aber schwerem Leiden am 15. Juni 1904 im Alter von nur 55 Jahren verstorben.

Der Vortrag stellt den Künstler mit einer Vielzahl von Werken vor und platziert ihn in die historische Entwicklung der Medaillenkunst. Dazu werden eine Reihe von Werken anderer Künstler gezeigt und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Herangehensweise an das Medium Medaille um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gezeigt.