19. Mai 2026, Prof. Dr. med. Ulrich Schenck, München
Frühe griechische Kleinmünzen umfassen hier einen Zeitraum von ca. 650 bis ca. 450 vor Christus mit einem Gewicht von ca. 0,05g bis ca. 3g. Lange wurden sie bei Auktionen und Publikationen vernachlässigt. Durch vereinfachte digitale fotografische Techniken und das Internet finden sie zunehmend Interesse. Bei nur geringer Größe waren die Münzbilder klein, wurden vereinfacht. Viele Stücke blieben anepigraphisch und bieten beachtliche detektivische Herausforderungen.
Der Vortrag berücksichtigt die Entwicklung von frühen lydischen Elektronprägungen bis zur Ausbreitung von Silbermünzen rund um das Mittelmeer, wobei Regionen und Städte mit früher Münzprägung besonders mit Bildern dargestellt und diskutiert werden.
Prof. Dr. phil. Peter Rothenhoefer, Department of History Sun Yat-Sen University: Preise, Wert- und Nominalangaben aus dem römischen Nordafrika (3. – 4. Jh. n. Chr.). Aus der Arbeit an neuen Alltagsdokumentenaus der provincia Byzacena.
Das ausgehende 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. gelten als Krisenzeiten des Römischen Reiches. Mit Reformen auf vielerlei Ebenen versuchte man das Reich politisch, administrativ und auch ökonomisch zu stabilisieren. Vor allem unter Kaiser Diokletian kam es zu einschneidenden Veränderungen: Die Einführung der Tetrarchie, eine neue Provinzstruktur, das Höchstpreisedikt, aber auch eine Währungsreform veränderten das Leben im Imperium Romanum. Quellen aus dem Alltag der Menschen, in denen sich diese Veränderungen widerspiegeln, sind bislang außerordentlich rar. Neu erschlossene Schriftdokumente aus dem römischen Nordafrika geben nun tiefgehende Einblicke in den Alltag der Menschen und damit auch in die Geldwirtschaft.
Am 17. März fand in München die diesjährige Generalversammlung der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft statt. Zahlreiche Mitglieder nahmen an der Versammlung teil und blickten gemeinsam auf das vergangene Vereinsjahr zurück.
Im Rahmen der Sitzung wurden turnusgemäß Neuwahlen des Vorstands durchgeführt. Dabei wurden folgende Mitglieder in ihre Ämter gewählt:
Dr. Andreas Pangerl, Vorsitzender
Dr. Martin Hirsch, stellvertretender Vorsitzender
Thomas von Waldenfels, Schatzmeister
Alexandra Werner, Schriftführer
Beirat:
Christoph Richels, Medien
Dr. Hans-Christoph von Mosch, Vorträge und Redaktion des JNG
Wolfram Tillack
Kristian-Nicol Worbs, Ehrenpräsident
Ein besonderer Moment der Versammlung galt der Würdigung langjähriger Vorstandsmitglieder, die über viele Jahre hinweg das Vereinsleben der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft maßgeblich geprägt haben. Für ihr außerordentliches Engagement – teilweise über mehr als zwei Jahrzehnte – sprach die Gesellschaft ihnen ihren besonderen Dank aus.
Als Zeichen der Anerkennung wurde den Geehrten die aktuelle Medaille der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft in Silber verliehen.
Geehrt wurden:
Kristian-Nicol Worbs, für seine 24-jährige Tätigkeit als Vorsitzender (2002–2026)
Kay Loger, für seine Arbeit als Kassenwart (2002–2026)
Gerd Jung, für seine langjährige Mitarbeit als Webmaster (2009–2026)
Mit der Verleihung der Silbernen Verdienstmedaille würdigt die Gesellschaft den außergewöhnlichen persönlichen Einsatz der Geehrten, der über viele Jahre hinweg wesentlich zum Erfolg und zur Kontinuität der Vereinsarbeit beigetragen hat.
Die Bayerische Numismatische Gesellschaft bedankt sich herzlich bei allen bisherigen Amtsträgern für ihre langjährige Arbeit und wünscht dem neu gewählten Vorstand viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben.
Die Frankfurter Numismatische Gesellschaft besuchte vom 13.3-15.3.2026 München. Nicol Worbs führte die Frankfurter durch mehrere Münchner Museen und die Altstadt. Am 14.3. fand eine Führung der Staatlichen Münzsammlung München durch Herrn Dr. Martin Hirsch und der Ausstellung der BNG „Sammleraugen“ durch Dr. Andreas Pangerl statt.
> 20. Januar 2026, Dr. Hans-Joachim Barth, München: „Pest und Not – im Spiegel der Münzen, Medaillen & Amulette des 16. bis 19. Jahrhunderts“. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Medaillen & Amuletten, welche die unselige Trias aus ‚Pest/Seuchen, Hunger & Krieg‘ aus der Perspektive der geschundenen & geplagten Bevölkerung betrachten. Der Schrecken des ‚Schwarzen Tods‘ (1346-1353), mit immer wiederkehrenden erneuten Pestausbrüchen, über den 30-jährigen Krieg hinaus, bis ins 18. Jahrhundert, wird gesteigert durch die parallel dazu verlaufende Klima- & Umweltkrise (‚Kleine Eiszeit‘ mit Missernten & Hungersnöten) vom 14. bis ins 19. Jahrhundert. Ab dem beginnenden 16. Jahrhundert lassen sich diese Ereignisse und die jeweiligen Bewältigungsstrategien, durch die Obrigkeit & im Rahmen des Volksglaubens, auch numismatisch erfassen.
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