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Veranstaltungen 2025

Flussgötter

> 16.9.2025 18:15  Alexandra Werner, München:  Flussgötter

Flussgötter auf Münzen – Pergamon und Ephesos im städtischen Wettbewerb
Flüsse waren für die Städte Kleinasiens weit mehr als nur Wasserquellen: Sie galten als Lebensspender, Handelswege und göttliche Mächte. Auf Münzen traten sie als bärtige Gestalten, jugendliche Schwimmer oder kraftvolle Stiere in Erscheinung – Symbole für Fruchtbarkeit, Heilung und Schutz, aber auch der Gefahr vor Überschwemmungen.

Der Vortrag widmet sich besonders den Städten Pergamon und Ephesos, die in engem kulturellem und politischem Wettbewerb miteinander standen. Anhand ihrer Münzprägungen zeigt sich, wie Flussgötter bewusst in Szene gesetzt wurden, um religiöse Verehrung, städtische Identität und politische Bedeutung miteinander zu verbinden. So lässt sich erkennen, welche Rolle Wasser und seine personifizierten Mächte im alltäglichen wie im repräsentativen Leben der Antike spielten.

Die Analyse der Ikonographie und der Münzbilder eröffnet nicht nur einen neuen Zugang zu Religion, Politik und Selbstverständnisses von Pergamon und Ephesos, sondern wirft auch Schlaglichter auf die Bedeutung von Wasser in der Geschichte – und lädt ein, über seine Rolle bis in unsere Gegenwart nachzudenken

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Neue Aspekte zur Athener Münzprägung des Neues Stils bis zum Niedergang nach den Mithradatischen Kriegen und Sulla :

15 Juli 2025: Herr Dr. Robert Lehmann und Herr Christoph Richels, beide München, hielten den Vortrag:

Neue Aspekte zur Athener Münzprägung des Neues Stils bis zum Niedergang nach den Mithradatischen Kriegen und Sulla

Römischer Einfluss auf den Hellenismus

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Banknoten sammeln. Ein individueller Ansatz

24.6.2025     Dr. Hermann Neumann, Hettenshausen: Banknoten sammeln. Ein individueller Ansatz

Auch wenn das Sammeln von Papiergeld immer noch eine Randdisziplin der Numismatik bildet gehören jene Zahlungsmittel, die seit der Industriellen Revolution das Wirtschaftsleben prägen, fraglos dazu. Ihr geringer materieller Wert wird dabei aufgewogen durch das Element der Farbe, durch eine große Bandbreite von Herstellungstechniken und viel Raum für Texte, Abbildungen und Sicherheitsmerkmale. Viele von uns haben Reisegeld aufbewahrt – oder, auf dem Dachboden gefundene, alte Inflationsscheine ihrer Münzsammlung hinzugefügt. Eine wohl geringere Zahl sammelt auch recht konzentriert. Mein persönlicher Zugang zu dem Thema, das nach Ansätzen in der Jugend vor drei Jahren mit dem Ruhestand wieder aufgenommen wurde, hatte seinen Ursprung in der Beschäftigung mit alter Graphik. Architekturzeichnungen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mich beruflich bei der Bayerischen Schlösserverwaltung beschäftigten, führten zur Druckgraphik Francois Cuvilliés und dann weiter zu jenen Druckerzeugnissen, deren immense, um die Welt verbreitete Auflagen zu den Spitzenleistungen der Disziplin gehöre

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Neues zu spectacula und damit verbundenen religiösen Zeremonien auf römischen Münzen

>28. 5.2025, 18.00 Uhr, fand in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung folgender Vortrag statt:

Prof. Dr. Bernhard Woytek , Universität Wien


Wagenrennen im Zirkus, Kämpfe in der Arena und Theateraufführungen waren die populärsten Veranstaltungen der Unterhaltungsindustrie im römischen Reich und als solche wichtige gesellschaftliche Ereignisse. Ihr religiöser Hintergrund zeigt sich vorzüglich in Prozessionen wie etwa der pompa circensis, die die Spiele stets eröffneten. Sowohl die spectacula selbst wie auch die einleitenden Festzüge fanden ihren Niederschlag in der römischen Münzprägung. Der Vortrag geht auf ausgewählte einschlägige numismatische Probleme ein und schlägt Neuinterpretationen prominenter Münztypen vor.

Biga mit zwei Pferden im gestreckten Galopp auf dem Revers eines römisch-republikanischen Denars. Gemeinschaftsprägung der Münzmeister L. Censorinus, C. Limetanus und P. Crepusius (RRC 360, Albert 1251). ca. 82 v. Chr.

Hinweis: dieser Vortrag wurde gemeinsam mit „Freundeskreis der Staatlichen Münzsammlung München e.V.“ abgehalten.

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Münzprägung von Tigranes II.

> 20.5.2025     Prof. Dr. Achim Lichtenberger, Münster, Institut für Klassische Archäologie: Münzprägung von Tigranes II.

Der Vortrag behandelte die Münzprägung unter dem armenischen König Tigranes II. im 1. Jahrhundert v. Chr. Tigranes baute Armenien zu einer Großmacht aus und prägte erstmals Silbermünzen. In westlichen Regionen wie Antiochia und Damaskus passte er Münzmotive lokal an, während er sich im Kernland Armeniens als „König der Könige“ inszenierte. Silber- und Bronzemünzen spiegeln sein Selbstbild und seine Politik wider – eine Kombination aus universalem Herrschaftsanspruch und lokalem Pragmatismus. Der Vortrag zeigte, wie Tigranes mit regionalen Gemeinschaften arbeitete, um Kontrolle zu sichern und sein Reich zu stabilisieren.

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Allgemein Veranstaltungen 2025

Inventare, Erwerbungsbücher und Vorbesitzer – Zur Geschichte der Sammlung des Münzkabinetts Berlin

> 29.4.2025    Dr. Karsten Dahmen, Münzkabinett Berlin: Inventare, Erwerbungsbücher und Vorbesitzer – Zur Geschichte der Sammlung des Münzkabinetts Berlin

Neben den Münzen und Medaillen stellt eine andere, meist weniger beachtete Materialgruppe eine bedeutende Informationsquelle dar. Die den Münzen beigefügten Notizen, erhaltene Eingangsverzeichnisse, überlieferte Sammlerinventare und andere Schriftzeugnisse bieten zusätzliche Informationen zu den erhaltenen Objekten in der Sammlung, beleuchten diese in einem anderen Licht und zeigen oft genug ein reichhaltiges Bild jenseits des rein numismatisch betrachteten Objektes. Der Vortrag bietet einen Überblick über die im Münzkabinett Berlin erhaltenen Archivunterlagen und illustriert diese in einem Reigen vom 15. Jh. bis in die Gegenwart.

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Die Charakene: Ein Königreich zwischen Seleukiden und Parthern

> 18.3.2025     Dr. Julian Wünsch, München: Die Charakene: Ein Königreich zwischen Seleukiden und Parthern

Der Vortrag behandelt Münzprägung und Geschichte des südmesopotamischen Königreiches Charakene von ca. 130 bis 80 v. Chr. Gegründet wurde es von dem seleukidischen Statthalter Hyspaosines, der sich nach der Niederlage des Antiochos VII. gegen die Parther zum König ausrief und kurzzeitig sogar Babylon und Seleukeia am Tigris beherrschte. Nach Hyspaosines’ Tod bestieg sein unmündiger Sohn den Thron – wie jüngst bekannt gewordene Münztypen mit kindlichen Porträts nahelegen, dürfte es sich bei jenem um Angodakos handeln. Zwischen 85 und 80 v. Chr. konnten sich zwei äußerst interessante Kurzzeitherrscher in der Charakene durchsetzen: Bellaios und Hippokrates, deren unikale Tetradrachmen an seleukidische Vorbilder anknüpfen. Die Tetradrachme des Bellaios, der mit dem auf einer Inschrift aus Gerasa erwähnten seleukidischen Eparchen identisch sein könnte, ermöglicht ferner eine Neubewertung des Beginns der elymäischen Münzprägung unter Kamnaskires und Anzaze.

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BNG auf der Numismata München 2025: Das Neue Jahrbuch 74 und Metallanalysen

>> Wie seit Jahrzehnten wird die BNG auch auf der Numismata 2025 vertreten sein. Wir freuen uns unsere zahlreichen Mitglieder wie auch neue interessierte Sammler zu treffen und kennenzulernen.

Mitglieder können am Stand 700 der BNG auf der Numismata vorbei kommen und das neue Jahrbuch 74 für 2024 abholen (bitte vorher per Email ankündigen, damit wir genügend Jahrbücher mitnehmen). Hier bereits das Inhaltsverzeichnis:

Es wird wieder die beliebte Möglichkeit zur RFA Metallanalyse geben. Dieser Service wurde schon 2023 und 2024 von zahlreichen Münzsammlern wahrgenommen.

2025:

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Mysteriöse Zeichen auf der Münzprägung Antiochias in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts

18. Februar 2025:  Vortrag unseres Mitgliedes Wolfram Tillack, “Mysteriöse Zeichen auf der Münzprägung Antiochias in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts”

Unter den Kleinbronzen der römischen Münzstätte Antiochia der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts erscheinen temporär drei griechische Buchstaben als Beizeichen. Dies geschieht zuerst in einer bislang unbekannten, sehr seltenen Emission von AE3 Bronzen. Diese Emission wird vorgestellt und zeitlich der Regierungszeit des Kaiser Valens zugeordnet. Sie umschließt vier neue AE3 Typen der Kaiser Valens, Gratian und Valentinian II. Die Emission wird mit vorhergehenden und nachfolgenden Emissionen stilistisch und metrisch verglichen. Die Systematik von Beizeichen der spätrömischen Bronzemünzprägung wird beschrieben und die Besonderheit dieser Beizeichen herausgestellt. Diese stehen vermutlich für die Anfangsbuchstaben einer aus wenigen Worten bestehenden Botschaft. Auffallend ist die Verwendung der griechischen Sprache auf Münzen, die ansonsten Umschriften in Latein aufweisen. Vor dem historischen, religiösen und lokalen Kontext werden bisherige Hypothesen zur Bedeutung der Beizeichen hinterfragt und neue Hypothesen aufgezeigt.

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„Hadrian als Caesar ? Neues zu den frühesten Porträttypen des Hadrian“

> 21. Januar 2025: Vortrag unseres Mitgliedes Dr. Andreas Pangerl, „Hadrian als Caesar ? Neues zu den frühesten Porträttypen des Hadrian“

Auf sehr seltenen Prägungen für Hadrian als Caesar noch unter Traian wird er im neu geschaffenen Porträttyp I mit lockigem ,anulus‘-Haar, breitem Backenbart, der in einen
kräftigen Schnurrbart übergeht, aber freiem Kinn dargestellt. Dieser Porträttyp wird 117 n. Chr. in den ersten Emissionen als Augustus mit fehlerhafter Nennung der Titel des Traian weitergeführt. Bekannt sind bisher drei stempelgleiche Aurei des Hadrian als Caesar sowie eine Tridrachme aus der kilikischen Hafenstadt Aigeai. Eine Analyse der zeitlichen und räumlichen Vorgänge der Adoption Hadrians kommt zu dem Schluss, dass diese sehr seltenen Caesar-Prägungen noch vor Ausrufung Hadrians als Augustus erfolgten und dass der Caesar-Aureus im Osten im Umfeld von Hadrian geprägt wurde. Bedingt durch die rasche Verschlechterung des Zustands und den plötzlichen Tod Traians mussten die Adoption Hadrians und ihre Bekanntgabe improvisiert beschleunigt werden, was sowohl bestimmte Unstimmigkeiten der Reversumschrift und technischen
Ausführung wie auch die Seltenheit dieser Prägungen erklärt. Denn kurz darauf wurden sie durch die Massenprägungen Hadrians als Augustus ersetzt, den die Truppen am 11. August 117 n. Chr. in Syrien zum Herrscher ausriefen.