Am 08. April referierte unser Vorstandsmitglied Dr. Hans-Christoph von Mosch sehr humorvoll, kurzweilig und brillant über „Augustus, Goethe und die Kuh des Myron. Zur Bedeutung von Kühen und Kälbern in der römischen Staatskunst„. Im Jahr 1812 verfasste Goethe einen Aufsatz über die in zahlreichen antiken Schriftquellen gefeierte Kuh des Myron. Er glaubte, das Meisterwerk in der frühhellenistischen Münzprägung von Dyrrhachion wiedergefunden zu haben. Dort wird eine Kuh dargestellt, die ein Kalb säugt. Heutige Numismatiker glauben, das verlorene Bronzewerk des Athener Bildhauers Myron habe das Vorbild für eine prächtig gestaltete Kuh auf Aurei des Augustus gegeben, die im Jahr 27 v. Chr. geprägt wurden und aktuell zu den teuersten antiken Münzen überhaupt zählen. Unabhängig von der nicht mehr beweisbaren Frage nach dem Vorbild dieser Münzmotive, ergab ein Überblick über die Bedeutung von Kühen und Kälbern in der römischen Mythologie und Staatskunst, dass das Motiv als Zeichen für Eroberungen und die Vorherrschaft im „Rinderland“ Italia verstanden wurde. Insbesondere im Rückblick auf innerrömische Konflikte wurde das Kuhmotiv als verstecktes Siegeszeichen und prodigium imperii von Augustus und den Flaviern auf ihren Münzen abgebildet

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