Vortrag von Hrn. K. Olbrich, München: „Im Pantheon Constantins des Großen“

Die Sitzung am 23. November 2011 stand wieder im Zeichen der Antike. Herr Konstantin Olbrich, engagierter Sammler und Mitglied des BNG-Vorstandes sprach vor gut vierzig Zuhörern über das Thema „Im Pantheon Constantins des Großen – Kultgeräte zur Versöhnung alter und neuer Staatsgötter“. Constantin der Große gilt landläufig als der erste christliche Kaiser des römischen Imperiums. Christliche Geschichtsschreiber haben dazu manche Legende gewoben. So bleibt der berühmte Ausspruch „In hoc signo vinces“ vor der Schlacht um Rom im Jahre 312 n.Chr. für die Christenheit das Symbol des Anfangs eines neuen Weltzeitalters. Auf den Münzemissionen Constantins läßt sich die rein christliche Glaubensausrichtung dieses Kaisers jedoch nicht eindeutig nachweisen. Zwar erscheinen nach 312 n.Chr. durchaus zunehmend christliche Symbole wie das Christusmonogramm auf seinen Münzen, jedoch sind in der Münztypologie nichtchristliche Brandaltäre und andere Symbole der alten, nichtchristlichen Staatsreligion Roms weiterhin Standard. Dabei ist nicht selten eine Vermischung christlicher Symbole mit denen der alten römischen Staatsreligion auf den Münzen Constantins zu beobachten. Als listenreicher Machtpolitiker ließ Constantin auf seinen Münzen Neues sicherlich erst dann zu, wenn sich keiner mehr daran störte. In diesem Sinne war Constantin eher Bewahrer und Brückenbauer. Vielleicht, so das Resumée von Konstantin Olbrich, ist das der Grund, Constantin I. heute als großen Römer zu interpretieren.

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