Vortrag von Frau Prof. Dr. Linda Maria Günther über „Die Göttinnen und Herrscherinnen auf hellenistischen Münzen“.
sprach Frau Prof. Dr. Linda-Marie Günther von der Ruhruniversität Bochum über „Göttinnen und Herrscherinnen auf hellenistischen Münzen“. Ausgangspunkt war dabei die Frage, inwiefern sich das Verhältnis zwischen einem hellenistischen Monarchen und einer unter seiner Herrschaft stehenden bzw. einer nominell freien Stadt (polis) in der Verwendung eines Bildnisses der Gattin des Machthabers bzw. einer anderen Familienangehörigen spiegelt. In diesem Kontext wurden die Prägungen von Ephesos-Arsinoeia und Smyrna-Eurydikeia verglichen mit denjenigen Emissionen, die direkt von dem Monarchen als dem Prägeherren im Umlauf gebracht wurden, z.B. die Bronzemünzen des Ptolemaios Keraunos mit dem Bildnis der halbverschleierten Arsinoe II.. Ausgangspunkt war aber eine Bronzeprägung der Inselrepublik Rhodos aus der Zeit bald nach dem großen Erdbeben von 228/7, die offenbar die ptolemäische Königin Berenike II. zeigt; allerdings darf hier vermutet werden, dass im Sinne einer internationalen Ambivalenz der verschleierte Frauenkopf auch als Göttin, z.B. Demeter oder Isis interpretiert werden könnte. Ganz ähnlich sind die Darstellungen der syrakusianischen Königin Philistis als Demeter zu interpretieren. Als Vorläufer des Bildtypus eines halbverschleierten Frauenkopfes wurden Prägungen von Pyrrhos in Syrakus, die Phthia-Bronzen und Silbermünzen von Kos um 350 v.Chr. vorgestellt, deren Interpretation indessen nur spekulativ sein kann.

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