Am 22.Januar 2013 sprach Herr Dr. Martin Hirsch von der Staatlichen Münzsammlung München vor zahlreichem und interessiertem Publikum über das Thema „Herzog Albrecht V. von Bayern und das Münzsammeln in der süddeutschen Renaissance“.

Albrecht, 1528 in München geboren, wurde bildungsbetont erzogen. Damit wurde auch seine Sammelleidenschaft geweckt und gefördert, so dass er frühzeitig eine Vorliebe für Kleinode und kostbare Sammlungsobjekte entwickelte. Nach dem Studium der Rechte in Ingolstadt, Vermählung mit Anna von Österreich im Jahre 1546 und einer Bildungsreise durch Italien, trat er 1550 als zweiundzwanzigjähriger Mann die Nachfolge seines Vaters an. Bereits in seiner frühen Regierungszeit kaufte er Schatzfunde aus Bayern an und ließ sie in der später von ihm erbauten Kunstkammer deponieren und ausstellen. Er kaufte ganze Sammlungen von Medaillen, im Vortrag wurden einige auf Albrecht V. gefertigte prachtvolle Medaillen gezeigt, und ganze Sammlungen von antiken und mittelalterlichen Münzen an. Die Hauptaktivitäten dieser Sammelleidenschaft kulminierten mit der Schaffung der Kunstkammer, mit der sämtliche Sammlungsobjekte einen der Renaissancezeit angemessenen Rahmen erhielten. Als Vertreter der katholischen Sache und Förderer der Gegenreformation ließ er auch silberne Papstmedaillen der Sammlung beifügen. Eine Katalogisierung der Münzen anläßlich der Inventarisierung aller Kunstkammerobjekte nach dem Tod Albrechts ergab einen Bestand von ca 7.000 Münzen. Für Albrecht V. war das Sammeln nicht nur Ausdruck des Machtstrebens. Er hatte ein tieferes, bildungsorientiertes Interesse am Sammeln auch zur Förderung seines Geschichtsverständnisses. Die Sammlung überdauerte den Renaissancefürsten leider nicht sehr lange. Sie wurde 1632 durch schwedische Truppen geplündert und in großen Teilen nach Schweden verbracht. Von dort gelangten viele Stücke nach Rom. In München verbliebene Restanten sind heute leider nicht mehr eindeutig der einstigen Sammlung Albrechts V. zuzuordnen.

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