Am 21. Oktober 2014 trug Herr Dr. Wilhelm Hollstein, Stellvertreter des Direktors und Oberkonservator am Münzkabinett zu Dresden, zum Thema „Hannibal und Q. Fabius Maximus – Münzpropaganda zu Beginn des zweiten Punischen Krieges“ vor. Dabei stellte er fest, dass der Fragenkomplex „Verantwortlichkeit für die Auswahl der Münzbilder“ sowie „Aktualität der Münzbilder“ für die römische Münzprägung des 3. Jahrhunderts v. Chr. von der Forschung bisher weitgehend ausgeblendet wurde. Einerseits wird den Münzbildern keine große Bedeutung zugemessen und lediglich von „public types“ gesprochen, andererseits soll aber einigen Konsuln, zumeist bedeutenden politischen Persönlichkeiten, aufgrund ihrer großartigen militärischen Leistungen das Recht zugestanden worden sein, die Themen der Münzbilder vorzugeben. Daher ist grundsätzlich in der frühen römischen Münzprägung des 3. Jahrhunderts v. Chr. mit mehr personengebundener und aktueller Thematik zu rechnen als bisher angenommen. Herr Dr. Hollstein arbeitet in seinen Ausführungen einen weiteren Beleg für diese These heraus. Auffälligerweise spielt auf in Spanien vor Ausbruch des 2. Punischen Krieges geprägten karthagischen Münzen sowie auf römischen Bronzemünzen zu Beginn des 2. Punischen Krieges Herakles-Melqart bzw. Herkules eine herausragende Rolle. Schließlich wird die Hercules-Thematik mit Hannibal und Q. Fabius Maximus (Diktator 217) in Bedeutungszusammenhang gebracht und in die historische Situation eingebunden. Ein anspruchsvoller und interessanter Vortrag, der bei zahlreichem Publikum großes Interesse erweckte

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