Eberhard Friedrich, Dresden: „Keramische Münzen und Medaillen – Ein Exot der Numismatik“.

„Mit dem zufälligen Brand des „braunen Porzellans“ durch Tschirnhaus 1708 und der Erfindung des dünnen weißen Porzellans durch Böttger wurde durch August II. v.
Sachsen 1710 in Meißen die erste PorzellanManufaktur in Europa gegründet. Bereits 1710 wurde die erste Medaille mit dem Bildnis „August der Starke“ von Balthasar
Permoser modeliert. Viele Einzelstücke bekannter Herrscher folgten. Ab 1712 wurde die gesamte Produktion auf Böttgerporzellan umgstellt. Bis um 1900 erfolgte
die Medaillenherstellung sporatisch mit vielen Nuancen der Porzellanfertigung, wie Wedgwoodart.
Max Adolf Pfeiffer, der 1913 von den Schwarzburger Werkstätten kam, als Kaufmännischer Direktor und von 1918 bis 1933 als Direktor der Manufaktur tätig war,
verdankt man die Wiederbelebung des braunen Böttgersteinzeuges. Er verstand es eine Vielzahl von bekannten Modeleuren, Bildhauern u. Malern, wie Börner, Esser,
Scheurich, Oehme, Kokoschka, Albicker u.v.a. an die Manufaktur zu binden. Ab 1918 wurden bis 1934 Neujahrsmedaillen in jeweils einer Auflagenhöhe von 100
Stück mit hoher künstlerischer Gestaltung gefertigt. Begünstigend durch die Inflation wurden in dieser Zeit eine Vielzahl von Notgeld in Böttgersteinzeug u. Porzellan
hergestellt, die aber im Wesentlichen nie zur Verausgabung gelangten. Gerade in den Jahren von 1930 bis 1945 wurden besonders durch Oehme u. Prof. Börner
hervorragende Medaillen geschaffen.
Obwohl im mitteleuropäischen Raum eine Vielzahl von Manufakturen entstand, war und ist die Manufaktur Meißen, mit schätzungsweise über zehntausend Münz- und
Medaillenexemplaren, gegen über allen anderen Manufakturen, bis heute mit Abstand führend. „

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