20. Oktober 2009 Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Joachim Walser über die rechtliche Seite des Münzsammelns im Hinblick auf die Neuerungen durch das Kulturgüterabkommen mit dem Titel „Altes Sammeln und Handeln unter dem neuen Recht“

Der 20. Oktober 2009 informierte ein großes Auditorium über ein hochaktuelles Thema. Herr Rechtsanwalt Joachim Walser aus München sprach über das Thema „Altes Sammeln und Handeln unter dem neuen Recht“. Herr RA Walser traf damit ein die Münzsammler brennend interessierendes Thema, das einen hochaktuellen Bezug besitzt durch in Fach- und Tagespresse verbreitete Berichte über staatsanwaltliche Ermittlungen, Gerichtsverfahren und Urteile, Sammler betreffend, die angeblich gegen das Kulturgüterrückgabegesetz verstoßen und damit der Hehlerei beschuldigt werden. Neuere Gerichtsurteile belegen, dass die Exekutivbehörden einer Fehlinterpretation des Kulturgüterrückgabegesetzes aufsitzen, denn die wenigsten Kulturgüter, die älter als 100 Jahre sind und gehandelt werden, entstammen Raubgrabungen. Durch Politisierung des Themas ist auch ein publizistisches Forum geschaffen worden, das durch Neid und Mißgunst begünstigt wird. Das Eigentum wird durch das Grundgesetz geschützt. Der Eigentümer kann also nach Belieben damit verfahren. Das BGB schreibt die Vermutung fest, dass der Besitzer auch der Eigentümer eines beweglichen Gutes ist. Bei Zweifel muß gem. ZPO der Staat das Gegenteil nachweisen. Die Redlichkeit des Besitzers ist also so lange anzunehmen, bis ein besseres Eigentum bewiesen werden kann. Angehalten und beschlagnahmt werden können nur Waren, die in entsprechenden Verzeichnissen konkret benannt sind (Listen). In diesem Zusammenhang gilt auch die Aufzeichnungspflicht von Münzen, die einen Einzelwert von über Euro 1.000,– darstellen. Jeder Händler und Sammler sollte sich nicht in eine kriminelle Ecke drängen lassen, sondern stolz auf die Erhaltung und Pflege von Kulturgut sein. Sollte ein Sammler trotzdem in die Optik übereifriger Strafverfolgungsbehörden geraten, gilt es, Ruhe zu bewahren, mit der Behörde zu kooperieren ohne seinen Rechtsstandpunkt aufzugeben und umgehend einen Anwalt einzuschalten.

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