Am 20. November 2012 referierte Herr Dr. Dietrich Klose, Leitender Direktor der Staatlichen Münzsammlung München, über das Thema „Der Taler als Welthandelsmünze“. Die Erfolgsgeschichte des Talers begann 1486 in Hall in Tirol, mit den unter Sigismund geprägten Guldinern. Ihnen folgten die sächsischen Guldengroschen und schließlich die Joachimstaler, die diesem Münztyp letztendlich seinen Namen gaben. Sie wurden sowohl im Osmanischen Reich als auch in Rußland, teils gegengestempelt, akzeptiert. Als erste Welthandelsmünze kann die 8-Real-Münze von Spanien bezeichnet werden. Die reichen Silbervorkommen in den mittel- und südamerikanischen Kolonien machten es möglich. In halbjährlichen Abständen wurde grob geprägtes Silber (sog. Schiffsgeld) mittels riesiger Schiffskonvois nach Europa gebracht, um dort umgeprägt zu werden. Eine starke Verbreitung der Großsilbermünze war die Folge. Der niederlänische Löwentaler entstand 1576 zunächst für den Levantehandel. Wegen seiner hohen Akzeptanz im Osmanischen Reich fand er schnell viele Nachahmer. Der Philippstaler der südlichen Niederlande war ein ähnlicher Kassenschlager. Auch der leichtere Albertustaler aus den Niederlanden war für den Levantehandel bestimmt. Im 17. und 18. Jahrhundert dominierte der Laubtaler in Frankreich und weiten Teilen Deutschlands. Ab 1755 verdrängten die Kronentaler aus den belgischen Niederlanden die bis dahin beliebten Konventionstaler. Der spanische Peso wurde mit Beginn der Maschinenprägung neue Welthandelsmünze. Auch als „Säulenpiaster“ bezeichnet, fand er Verbreitung in allen Teilen der Welt. Ab 1824 übernahm der mexikanische Peso diese Rolle speziell in Ländern des fernen Ostens. Auf eine weitere Erfolgsgeschichte kann schließlich der Maria-Theresien-Taler zurückblicken. Er geht auf die Konventionswährung zurück und hatte besonderen Erfolg im Levantehandel. Sein Verbreitungsgebiet war das Osmanischen Reich, der Balkan, die arabische Halbinsel, Nordafrika, Äthiopien, der Sudan und andere Länder teilweise bis ins späte 20. Jahrhundert. Entsprechend fand dieser Taler ebenfalls viele Nachahmer, was seiner Beliebtheit aber nicht abträglich war. Heute finden wir den Taler nur noch als Namensgeber für den Dollar. Großsilbermünzen haben für den Zahlungsverkehr ihre Bedeutung verloren.

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