Am 20. März 2012 berichtete der Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft, Herr Dr.Rolf Reimann, über das russische Münzsystem bis zur Münzreform des Zaren Peter I. Im vormongolischen Rus spielten bei Geld und Geldrechnung nur fremde Münzen und Naturalien (Pelzwerk) eine Rolle. Eigene Münzen werden inform von Slatniks und Srebreniks erst unter Wladimir I. im späten 10. Jahrhundert geprägt. In der sog. münzlosen Epoche ersetzen Silberbarren, sog. „Griwnas“ oder Stücke von ihnen den Münzumlauf. Ab 1370 werden sog. Dengas ausgegeben. Sie wurden auf plattgeschlagenen Stücken von Silberdraht geprägt. Aufgrund ihrer unregelmäßigen Form ist ihr Münzbild nie vollständig. Im Jahr 1534 führte schließlich die Mutter von Iwan IV. die Silberkopeke ein, die für ca. 100 Jahre unverändert im Umlauf blieb. Das dafür notwendige Silber lieferten sog. Jefimki, also in Westeuropa geprägte Taler. Sie bildeten auch in plattgeschlagener Form den Rohstoff der ersten Rubelprägungen aus der Münzreform des Alexej Michailowitsch in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Ihre Zahl blieb allerdings gering, da die Stempel schnell unbrauchbar wurden. Ihnen folgten die Jefimoks im Jahre 1655. Etwa 800.000 Exemplare von westeuropäischen Talern wurden einfach gegengestempelt und so für den innerrussischen Umlauf zugelassen. Erst die Münzreform unter Peter I. im Jahr 1700 brachte Russland moderne Gold- und Silbermünzen.

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