Am 20. 01. 2015 wurde der erste Vortrag im neuen Jahr vom aufstrebenden Berufsnumismatiker Herrn Michael Herrmann M.A., München, gehalten. Er sprach über die „Münzprägung der Herzöge von Andechs Meranien 1180 bis 1248“. Zunächst wurde sehr anschaulich die Geschichte des Hauses Andechs Meranien geschildert. Nach erster Erwähnung als Grafen von Haching im 11.Jahrh. erfolgten Ausweitung und Stabilisierung des Einflusses im 12. Jahrhundert nach Tirol, Franken, Krain und Passau. Nach Aufstieg in den „Reichsfürstenstand“ und baldiger Übertragung der Herzogswürde, wurde mit dem Königsmord in Bamberg im Jahre 1208 der langsame Fall des Geschlechtes eingeleitet. 1247/1248 sind schließlich nur gesicherte Herrschaftszentren in Franken und Tirol festzustellen. Nach Veranschaulichung der historischen Situation auf einer Karte, ging der Referent auf die Münzgeschichte der Andechs Meranier im fränkischen und tiroler Raum sowie in Krain ein. Dabei präsentierte er dreizehn Prägungen von Pfennigen, die er anhand unterschiedlicher Kriterien auf die Richtigkeit ihrer Zuweisung untersuchte. Dabei stellten sich einzelne bisherige Zuweisungen als falsch oder zumindest zweifelhaft dar. Andere konnten dagegen zweifelsfrei belegt werden. Schwierig gestaltete sich die Beurteilung der Prägetätigkeit im fränkischern Raum. Zumindest besaßen dort die Andechs Meranier keine Prägestätte. Bei Bamberger Prägungen um 1232/34 handelt es sich wohl um Pfennige des Egbert von Andechs, der zu dieser Zeit das Amt des Bischofs von Bamberg bekleidete. Ein runder, interessanter Vortrag über Prägungen des Mittelalters!

 

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