Dr. Michael Matzke – „Neue Forschungen zur frühen ionischen Münzprägung (Teos, Phokaia, Milet, Priene)“

Am 20. Januar 2009 trug Herr Dr. Michael Matzke zum Thema „Neue Forschungen zur frühen ionischen Münzprägung (Teos, Phokaia, Milet und Priene)“ vor. Vor dreißig Zuhörern stellte der Referent die Grundfragen, was Geld überhaupt sei und welche Auswirkungen Geld auf die Gesellschaft habe. Die frühe Münzprägung im antiken Griechenland ist daher ein interessantes Forschungsobjekt, dessen wichtigstes Forschungsfeld in diesem Zusammenhang die Rekonstruktion der Prägeserien der einzelnen Stadtstaaten ist. Ausgehend von den ersten Münzpägungen in Lydien, die als genormte und punzierte Elektron-, später Goldbarren einen bestimmten Wert garantierte, lassen sich durch setzen „zeitlicher Anker“ kontinuierliche Entwicklungen in den Münzprägungen der ionischen Stadtstaaten beobachten. So wird nicht nur sehr früh die Bedeutung von Großmünzen (Elektron und Gold) für den Fernhandel erkannt, sondern auch die Prägung von kleinen Nominalen für das lokale Gewerbe und den heimischen Handel. Zu diesem Zwecke emittierte man Silbermünzen, deren Wertstufen man durch Stückelung festlegte. Beim Versuch der zeitlichen Einordnung der Prägeserien wird auch die Analyse der Münzbildentwicklungen zu Hilfe genommen. Mit diesem Ansatz läßt sich für die Zeit nach Kroisos eine kontinuierliche, aufeinander abgestimmte Prägetätigkeit in den ionischen Stadtstaaten feststellen. Das wiederum ist als Hinweis auf ein frühes, intensives Wirtschaftsleben in diesem geographischen Bereich und als realistische Einschätzung von Geldwerten durch die antiken Wirtschftsteilnehmer zu werten.

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