Vortrag von Dr. Ulrich Klein, Stuttgart mit dem Titel „Der Münzschatz von Lauchheim und die deutsche Goldguldenprägung im 15. Jahrhundert“

Der Abend des 20.04.2010 strotzte vor Gold. Herr Kiendl erhielt vom Vorsitzenden der Gesellschaft die goldene Bene-Merenti-Medaille für fünfzig Jahre Mitgliedschaft und anschließend referierte Herr Dr. Ulrich Klein, pensionierter Leiter des Münzkabinetts Stuttgart und Mitherausgeber der Süddeutschen Münzkataloge über den Münzschatz von Lauchheim und die deutsche Goldguldenprägung. Anhand von großen Goldguldenfunden wie denen in Marbach, Regensburg oder Lohndorf aber auch den eher kleineren Fund von Lauchheim läßt sich die Entwicklung der Goldguldenprägung in deutschen Gebieten gut nachvollziehen. Die zeitlich früher verborgenen Goldschätze, wie der aus Marbach, enthalten noch deutliche Anteile von nicht in deutschen Gebieten geprägten Goldgulden. Der Siegeszug dieses Münztyps begann schließlich in Florenz mit dem Fiorino d‘ oro in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die ersten Beischläge trugen noch das Stadtwappen von Florenz, die Lilienblüte und den Stadtheiligen, Johannes d. Täufer. Der Münzherr war nur aufgrund der Legende zu erkennen. Bei der nächsten Entwicklungsstufe wurde die Lilienblüte durch das Wappen des Prägeherrn ersetzt. Schließlich trat an die Stelle des Stadtheiligen von Florenz die Darstellung eines eigenen Heiligen. Seine besondere Bedeutung bekam diese Leitmünze des Spätmittelalters durch die Ende des 14. Jahrhunderts einsetzende Prägung der rheinischen Kurfürsten. Der Fund von Lauchheim, dessen Schlußmünze aus dem Jahre 1436 stammt und der im Februar 2007 bei einer Hausrenovierung entdeckt wurde, spiegelt diese Entwicklung ebenfalls wider. Der 84 Münzen enthaltene Goldschatz setzte sich aus 47 Gulden der rheinischen Kurfürsten, 26 Münzen der Reichsmünzstätten, 6 städtischen Prägungen und 5 Goldgulden weltlicher Herrscher zusammen. Die „Internationalität“ der Münzen war hier nicht mehr gegeben. Numismatisch herausragend war im Lauchheimer Fund ein Goldgulden aus der Münzstätte Wiener Neustadt. Das dritte bekannte Stück dieser Art. Der Vortrag wurde durch herausragende Fotos aus allen Funden illustriert und endete mit einem kurzen Überblick über die weitere Geldgeschichte zum Ende des 15. Jahrhunderts.

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