Herr Dr. Sebastian Steinbach, Numismatiker und Mitarbeiter der Firma Künker in Osnabrück, hielt am 19. November 2013 einen außergewöhnlichen Vortrag über das Thema “ CVM DEO OPTINVIT SPALI – Ein religiös motivierter Familienkonflikt und die westgotische Münzprägung unter König Leovigild (569-586)“. Während der Regierungszeit des Königs Leovigild fand eines der bedeutendsten Ereignisse der westgotischen Münzprägung, wenn nicht des völkerwanderungszeitlichen Geldwesens überhaupt, statt: die endgültige Loslösung von der anonymen Prägung nach antikem Vorbild zugunsten eines in Münzbild und Umschrift personalisierten Münzwesens im Namen und mit dem Bild des jeweiligen Barbarenherrschers. Der Vortragende skizzierte anschaulich die historischen Hintergründe des sogenannten „Hermenegild-Aufstandes“ von 579 bis 585, die zu der eigenständigen Münzprägung auf der iberischen Halbinsel geführt haben und gab daüber hinaus eine beeindruckende Einführung in die westgotische Münzprägung des 6. und 7. Jahrhunderts im Allgemeinen. Dabei zog er auch Vergleiche zu den gleichzeitigen Prägungen anderer barbarischer Gentes wie Franken und Ostgoten und gab einen Einblick in die kulturellen, wirtschaftlichen und herrschaftlichen Hintergründe der westgotischen Gesellschaft am Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter. Ein durch herausragendes Spezialwissen glänzender Vortrag, der anschließend mit einem kleinen, von der Firma Künker in München gesponserten Imbiß und Umtrunk gefeiert wurde.

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