19. Mai 2009 Dr. Friedrich Burrer „Andriskos oder Philip V.? Zur Datierung einer mittelhellenistischen Tetradrachmenserie“.

Am 19. Mai 2009 kamen die Antikenfreunde der Gesellschaft voll auf ihre Kosten. Herr Dr. Friedrich Burrer, Numismatiker, stv. Direktor der Landesbank Baden-Württemberg und Leiter des Edelmetall- und Münzkabinetts sprach über das Thema „Andriskos oder Philipp V.? Zur Datierung einer mittelhellenistischen Tetradrachmenserie.“ Diese Münzen wurden in der Vergangenheit immer wieder mit Andriskos als Prägeherren in Verbindung gebracht. Andriskos, ein Usurpator, der sich als Sohn des Perseus ausgab, versuchte mit seleukidischer Hilfe Makedonien zu erobern, scheiterte jedoch und wurde 146 v. Chr. von Rom hingerichtet. Makedonien wurde als römische Provinz vollends eingezogen. Spannend und einfallsreich stellte Dr. Burrer seine Forschungsergebnisse zu den besagten Silberserien dar. Die Umstände und die Zusammensetzung der Münzfunde sprechen eindeutig gegen Andriskos als Prägeherren. Auch liegen keine Stempelumschnitte vor, wie vielfach behauptet, sondern vielmehr sich weiterentwickelnde Stempelbrüche. Auch gibt die Bildanalyse bezogen auf die Fragestellung nichts her. Stilistische, typologische, technische und statistische Betrachtungen lassen Dr. Burrer zum Schluß kommen, dass Andriskos offenbar keine Münzen zur Finanzierung seiner Kriegszüge prägte. Vielmehr griff er auf altes, vorhandenes Geld zurück. Der Grund dieses Handelns bleibt jedoch im Dunkel der Geschichte verborgen.

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