Der Abend des 19. Juli 2011 wartete für Zuhörer des Sitzungsabends der BNG mit einem spannenden Thema auf. Herr Dr. Matthias Spanaus, München, berichtete über „Byzantinische Goldmünzen und ihre Imitationen im alten China.“ Der Vortrag erlaubte Einblicke in ein Forschungsgebiet, das erst am Anfang seiner Bearbeitung steht. In China stecken die Numismatik aber auch die Archäologie noch häufig in den Kinderschuhen. Die vornehmlich in Gräber hochgestellter chinesischer Persönlichkeiten gefundenen byzantinischen Solidi decken die Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts n.Chr. ab. Die mehrheitlich einzeln aufgefundenen Exemplare sind meistens beschnitten, teilweise auch gelocht. Sicherlich sind sie über die damals genutzten Handelsrouten, nicht immer muss das die Seidenstraße gewesen sein, nach China gelangt. Es existieren auch brakteatenförmige Imitationen byzantinischer Solidi, die indischen oder zumindest zentralasiatischen Ursprungs sein könnten. Der Grund ihrer Herstellung ist unbekannt. Auf die wissenschaftliche Auswertung insbesondere zukünftig zu erwartender Funde dieser Art darf man gespannt sein.

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