Vortrag von Frau Dr. Ursula Kampmann, Basel über „Die Briefe des Hans von Schellenberg. Ein Beispiel für das Münzsammeln um 1600“

Am 19.01.2010 sprach Frau Dr. Ursula Kampmann vor knapp viezrig Zuhörern über „Die Briefe des Hanns Schellenberg – Ein Beispiel über das Münzsammeln um 1600“. Die bekannte Numismatikerin hatte die archivierten Briefe des im Jahre 1552 geborenen Schellenbergs, der westlich des Überlinger Sees einige Gebietsflecken besaß, ausgewertet. Der studierte Jurist Schellenberg interessierte sich für Geschichte und kam so zum Münzsammeln. Seine mit bestimmten Briefpartnern, die ihrerseits ebenfalls Münzsammler waren, geführte Korrespondenz behandelt zu ca zehn Prozent numismatische Themen und bietet Einblick in die damalige Welt der Sammelleidenschaft. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind nicht zu übersehen: man hatte Angst, Fälschungen aufzusitzen, man suchte einschlägige Literatur, die damals wesentlich seltener war als heute und auch menschliche Unzulänglichkeiten, wie Mißgunst und Neid, ließen sich in den Texten erkennen. Ergiebige Quellen für den Sammler waren damals Geschenke (in ihnen manifestierte sich die gesellschaftliche Schichtung und Sozialisation), Münzfunde, der Handel und Gold- und Silberschmiede. Einblicke in den damaligen Münzhandel, der vielschichtiger war als der heutige, ließ die Auswertung der Korrespondenz ebenfalls zu. Ein Fazit des Vortages war jedenfalls, das die Geschichte des frühen Münzhandels erst noch geschrieben werden muß.

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