Am 18.10.2011 referierte Herr Dr. des. Boris Kaczynski, Stuttgart, über das Thema „Münze und Kontext. Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Fündmünzenauswertung“. Der erste Teil des Vortrages befaßte sich mit der Theorie und der Methode. Dabei wurden Fragen der Zusammensetzung des Münzumlaufs untersucht, quellenkritische Überlegungen angestellt und die Frage nach der Repräsentativität gestellt. Im zweiten Teil seiner Ausführungen übertrug der Referent die theoretischen Aussagen auf eine konkrete Ausgrabung auf dem Castellberg, nahe der Grenze zu Luxemburg. Es handelt sich dabei um eine Höhenbefestigung (Heiligtum?) aus keltischer Zeit mit römischer Kontinuität. Die dabei gefundenen 2699 Münzen wurden statistisch ausgewertet und zahlreiche Schlußfolgerungen daraus gezogen. Interessant ist dabei, dass Fundplätze i.d.R. gleiche Fundstrukturen aufweisen. Im Vergleich mit anderen Fundplätzen kann die Annahme unterstrichen werden, dass als Opfergabe bevorzugt das schlechte (geringhaltige) Geld niedergelegt wird. Die Auswertung nach Typen läßt die Annahme zu, dass die Niederlegung mit vollem Bewußtsein auch anhand des Münzbildes erfolgt.

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