Vortrag von Hadrian Rambach, London über „Die Apollon-Marsyas Gruppe auf Gemmen, Kameen und Medaillen“

Hadrian Hambach, ein in Paris geborener, jetzt in London lebender und seit 2006 selbständiger Kunsthändler hielt am 18.05.2010 einen Vortag über die Apollon-Marsyas-Gruppe auf Gemmen, Kameen und Medaillen. Marsyas, ein phrygischer Silen und Flußgott, Meister im Flötenspiel, forderte Apollon zum Wettstreit heraus, den Apollon jedoch gewann. Dieser schindet Marsyas aufgrund seines Sieges. Diese Szene, die erstmals auf attischen Vasen um 435 v.Chr. geschildert wird, taucht auf einer Gemme, die zwischen ca. 30 v. und 20 n.Chr. in feinster Qualität geschnitten wurde, wieder auf. Sie wurde im 16. Jahrhundert auf einen goldenen Ring montiert, der eine Umschrift eines Aureus des Nero aufweist. Das Kunstwerk wird daher als Siegel des Nero bezeichnet. Die Darstellung der Schindung des Marsyas wurde in der Renaissance von bedeutenden Künstlern als Auftragsarbeiten reicher, italienischer Familien immer wieder als Kameen geschnitten. Sechs solcher Stücke sind heute, verteilt auf bedeutende Museen der Welt, bekannt. Ein weiteres Stück solcher Qualität aus dem 15. Jahrhundert tauchte vor einiger Zeit in London auf. Natürlich gibt dieses Stück anlaß zu Spekulationen bzgl. seiner Provenienz, zumal es offenbar auch auf einem zeitgenössischen Bildnis einer vornehmen Dame erkennbar ist. Eine sichere Zuweisung ist aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten jedoch nicht möglich. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurden auch viele Plaketten und Medaillen mit dem hier besprochenen Motiv gefertigt. Heute kursieren viele Kopien, die im Laufe der Zeit sowohl von den Gemmen, als auch den Kameen und Medaillen hergestellt wurden. Der Vortrag wurde von zahlreichen Fotografien der besprochenen Objekte begleitet.

Webseite: MedienDeZign GmbH