Am 18. Juni 2013 referierte Herr Dr. Lutz Illisch aus Tübingen über das Thema „Neue Funde islamischer Münzen im Karolingerreich“. Nachdem der herausragende Fachmann von islamischen Münzen einiges über die Tübinger Sammlung und Grundsätzliches zu arabischen Münzen aus dem Berichtszeitraum als Einführung gesagt hatte, kam er über die Geld-/Handelsströme zum Karolingerreich zur Auswertung einzelner Münzfunde des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa. Dabei interpretierte Dr. Illisch die Metallzusammensetzungen der verschiedenen Funde und kam zu den Schlüssen, dass das karolingische Münzwesen in der Francia und im Rheinland den Umlauf kalifischer Münzen nicht erlaubte. Sämtliche Funde wurden auf oder in der Nähe von Handelswegen (Flüsse und Strassen) gemacht. Kupfermünzen des abassidischen Kalifats, die in den westslawischen Raum gelangten, sind eher als Rohstoff zu betrachten, zumal auch kleine Kupferbarren gefunden wurden. Arabischen Goldmünzen wurden offenbar in Gebieten des heutigen Italiens und Sloweniens akzeptiert, da dort eine eigene Goldprägung zu dieser Zeit nicht zu beobachten ist. Schließlich war festzustellen, dass der Transit und auch Umlauf arabischer Münzen aus Nordafrika und Ägypten zwischen 790 und 810 n. Chr. florierte, danach wurden diese Münzen durch spanisch-arabische Dirhams ersetzt. Nach anregender Diskussion klang der Abend bei kleinem Imbiss und Umtrunk aus

Webseite: MedienDeZign GmbH