Herr Dr. Wolfgang Fischer-Bossert, Numismatiker und BNG-Mitglied aus Berlin, hielt am 17. September 2013 vor zahlreichem Publikum einen Vortrag für Spezialisten: “Zur Münzprägung von Syrakus. Phrygillos, Eukleidos und die Rechtschreibung – Ein Beitrag zur Chronologie der Münzprägung von Syrakus”. Die Ausführungen sind als Fortschreibung und Weiterentwicklung der Dissertation des finnischen Numismatikers Lauri Tudeer (1884-1955) zu sehen. Dieser nutzte die Methoden der Stempel- und der Hortfunduntersuchung, um die Münzenserie der signierenden Graveure von Syrakus (ca.400 v.Chr.) in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen. Eine dritte Methode dachte er nur an: die unterschiedliche, altgriechische Schreibweise der Graveurnamen auf den Münzen. Tatsächlich ist der im Jahr 403/02 v. Chr. stattfindende Wechsel der Athener vom attischen zum milenischen Alphabet, das zwei Buchstaben mehr enthält, von epochaler Bedeutung für das Thema. Dem Referenten gelang es, den Wechsel bei der Schreibweise der Graveurnamen Phrygillos und Eukleidos zu datieren und anhand historischer Begleitdaten auf 406/405 v. Chr.  für Syrakus festzulegen.

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