17. Oktober 2017: Dr. Sebastian Steinbach, Universität Osnabrück: Zur stauferzeitlichen (Geld-)Wirtschaft und Münzprägung.

Klimawandel, Urbanisierung und Migration – Wirtschaftliche und gesellschaftliche Grundlagen von Münzprägung und Geldwesen in der Stauferzeit (1137-1250)

Aus wirtschaftshistorischer Sicht gilt das Hochmittelalter als eine Phase bedeutender demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandlungen, die mit den Begriffen Landesausbau, Ministerialität, Kommerzialisierung und fürstliche Souveränität in der Forschungsliteratur umschrieben sind.
Auch in der Münzprägung und Geldwirtschaft wurden vor allem in der Stauferzeit entscheidende Weichen für die geldhistorische Weiterentwicklung des Deutschen Reiches im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit gestellt.
Darüber hinaus sind viele Münzen dieser Zeit von einer herausragenden künstlerischen Qualität und reflektieren in ihren Bildern den territorialen Machtanspruch der ausgebenden Institutionen. Sie wurden von der numismatischen Forschung deshalb zurecht auch als „Kleinkunstwerke der Romanik“ bezeichnet und sind Ausdruck der entstehenden „höfischen Kultur“
des Hochmittelalters.
Der Vortrag verfolgt und erläutert die wesentlichen wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Entwicklungen des 12./13. Jahrhunderts und fragt nach deren Auswirkungen auf die Münz- und Geldgeschichte der Stauferzeit von der Nordsee bis zum Alpenvorland.

Webseite: MedienDeZign GmbH