Vortrag von Herrn Udo Willkens – „Die Münzprägung der Lusignans und ihrer Nachfolger auf Zypern bis zur osmanischen Besetzung der Insel im Jahr 1570“

Am 17. März 2009 stellte Herr Udo Willkens, Schriftführer der Gesellschaft und engagierter Sammler „Die Münzprägung der Lusignans und Ihrer Nachfolger auf Zypern bis zur osmanischen Besetzung der Insel im Jahr 1570“ vor. Nach einem kurzen Abriß der sechstausendjährigen vorchristlichen und mitunter sehr wechselhaften Geschichte der Insel, wurde die Rolle Roms und des Byzantinischen Reiches für Zypern dargestellt. Der Antikenfreund kam dabei auch auf seine Kosten, da an den römischen und byzantinischen Münzprägungen auf der Insel nicht vorbeigegangen werden konnte. Mit der eher zufälligen Eroberung der Insel durch den englischen König Richard Löwenherz während des dritten Kreuzzuges endete die byzantinische Herrschaft, um nach kurzen Intermezzen der des französischen Adelsgeschlechtes des Lusignans im Jahr 1193 Platz zu machen. Während der fast dreihundertjährigen Herrschaft der Lusignans spielten sich Machtkämpfe ,Verrat und auch Mord im kostbaren Rahmen einer überfeinerten, höfischen Kultur ab, in der sich französische Traditionen seltsam mit den Sitten orientalischer Despoten mischten. Die Lusignans hinterließen numismatische Spuren in Form von Bezants Blancs, Grossi, Halbgrossi und einigen Kleinmünzen, die alle vorgestellt und im Rahmen der wirtschaftspolitischen Zusammenhänge erläutert wurden. Interessant waren dabei die auf machen Münzen feststellbaren Beizeichen und der Wechsel von lateinischen zu französischen Umschriften. Die Lusignans mussten schließlich dem intrigantem venezianischen Einfluß im Jahre 1489 weichen. Die venezianische Herrschaft wird numismatisch nur mit Kleinmünzen in Form von Carzien und Sezins belegt. Auch diese geringhaltigen Kleinmünzen wurden vorgestellt. Das abschließende numismatische Zeugnis stellt schließlich einen kupfernen Bezant dar, der währund der osmanischen Belagerung Famagustas von den venezianischen Verteidigern 1570 geprägt wurde. Für die nächsten 307 Jahre blieb die Insel in der Hand der Osmanen.

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