Am 17. Mai 2011 referierte Herr Dr. Manfred Gutgesell, Hannover vor gut besetztem Saal über das spannende Thema „Die vorptolemäische Münzprägung in Ägypten“. Zunächst führte der Ägyptologe in die ägyptische Geschichte in der zu betrachtenden Zeit des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis 333 v. Chr. ein. Es ist eine Zeit der Auseinandersetzung mit den Persern, die immer wieder Versuche der Eroberung Ägyptens unternahmen. Die schließlich erfolglosen Verteidigungsanstrengungen Ägyptens mittels griechischer Söldnertruppen erforderten Finanzmittel in Form von Naturalien, ungemünztem und wohl auch gemünztem Edelmetall. Alexander der Große machte dem Treiben der Perser in Ägypten schließlich ein Ende. Ein Goldstater dieses Herrschers mit dem Beizeichen eines Widderkopfes zeugt davon, wenn man dieses Beizeichen als Chnum (ägyptische Gottheit) interpretiert und damit die Prägung dieser Münze nach Memphis legen kann. In der Folge stellte Dr. Gutgesell eine Anzahl von Münzen dar, die alle einen Bezug zur vorptolemäischen Zeit Ägyptens aufwiesen. Darunter befanden sich eine Tetradrchme des Artaxerxes mit Name und Titel in demotischer Schrift, eine Kleinbronze des Sabakes, eine Tetradrachme des Mazakes, ein Nebu-Nefer-Goldstater aus der Zeit des Nektanebos II. und viele anderes Stücke. Interessant waren auch Münzen mit ägyptischen Gegenstempeln (Hieroglyphe „nefer“ = gut). Die gezeigten und seltenen Münzen bieten sicherlich Anreiz, dieses Thema weiter zu bearbeiten und zu vertiefen.

Webseite: MedienDeZign GmbH