Generalversammlung mit Kurzvortrag von Dr. Walter Grasser – „Ein Numismatiker von Bedeutung: Franz Ignaz von Streber (1758-1841)“

Nach einführenden Worten des Direktors der Staatlichen Münzsammlung München, Herrn Dr. Dietrich Klose, mit denen er u.a. um die Verhinderung des Verkaufes und der möglichen Auflösung der einmaligen Welfensammlung der ehemaligen hannoverschen Könige durch Unterschriftensammlung warb, fand die Generalversammlung der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft statt. Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit und Genehmigung der Tagesordnung, berichtete der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Kristian Nicol Worbs, über die Aktivitäten der Gesellschaft im Jahre 2008. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist als erfreulich zu charakterisieren. Nach Vorstellung des neuen Jahrbuches Nr. 58, stellte der Kassenwart die Finanzlage der Gesellschaft dar. Danach erfolgte die Abnahme der Jahresrechnung, die Entlastung des Vorstandes und der Dank an Herrn Dr. Hubert Russ für seine langjährige Tätigkeit als Kassenprüfer. An seiner statt wurde Herr Heimann in das Amt gewählt. Abschließend beschloß die Generalversammlung, Herrn Paul Niggl wegen seiner Verdienste um das Thema „Musiker in nummis“ und seiner sechzigjährigen Mitgliedschaft die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft zu verleihen.

Das Jahrbuch Nr. 58 ist mit seinen vielen interessanten Beiträgen dem langjährigen, ehemaligen Vorsitzenden der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, Herrn Dr. Hans Roland Baldus gewidmet. Es enthält auch ein Schriftenverzeichnis dieses verdienten Numismatikers. Herr Prof. Dr. Johannes Nollé überreichte nach Würdigung des Werkes von Dr. Baldus im Rahmen einer Laudatio diesem ein Exemplar des Jahrbuches. Die BNG wünscht Herrn Dr. Baldus nach seiner Zurruhesetzung noch viele Jahre voller Schaffenskraft zum Wohle der Numismatik.

Zum Abschluß der Sitzung referierte Herr Dr. Walter Grasser über das Thema „Ein Numismatiker von Bedeutung: Franz Ignaz von Streber (1758 – 1841). Franz Ignaz von Streber stammte aus einfachen Verhältnisssen und absolvierte eine aussergewöhnliche Karriere im bayerischen Klerus. Neben seinen kirchlichen Aufgaben übernahm er 1785 die Leitung des kurfürstlichen Münzkabinetts, nachdem ihm zuvor die Numismatik durch damals namhafte Sammler nahe gebracht worden war. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften über antike und neuzeitliche Numismatik und hielt viele Vorträge. Durch bedeutende Zukäufe baute er den Bestand der Sammlung zielstrebig aus – aber auch die Säkularisation, die Mengen an Münzen und Medaillen aus Klöstern in die Sammlung schwemmte, half ihm dabei. Den sozial stets engagierten Kirchenmann, der mit der Ernennung zum Ritter des bayerischen Verdienstordens in den persönlichen Adelsstand erhoben wurde, ehrte seine niederbayerische Heimatgemeinde Reisbach schon bald nach seinem Tode mit einer Gedenksäule, die heute noch zu bewundern ist

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