Am 16.Juli.2013 hielt unser Mitglied Herr Dr. Wolfgang Becker aus München einen Vortrag zum Thema „Der Pfalzgraf bei Rhein als Verfassungsorgan und seine Darstellungen auf Münzen“. Der Einstieg des Referenten in das Thema war originell: er begann mit Erläuterungen zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und mit einem Video über das Bundesverfassungsgericht, um dann auf die vergleichende Vorstellung der Goldenen Bulle von 1356 zu kommen, die eine Art Grundgesetz des Römischen Reiches Deutscher Nation darstellte und u.a. die Rechte und Pflichten des Pfalzgrafen im speziellen und der Kurfürsten im allgemeinen regelte. Nach Darstellung der genealogischen Abfolge der Pfalzgrafen wurde der Rheinische Münzverein in seinen Grundzügen und die von ihm geprägten Goldgulden vorgestellt. Die bildliche Darstellung des Pfalzgrafen wird dabei nicht als streitbarer Kurfürst interpretiert sondern als Inhaber einer autonomen Gerichtsbarkeit. Der Referent schließt u.a.mit folgenden Ergebnissen ab: 1. Nach 1420 wird in erheblichem Maße Gold als autonome Prägung ausgemünzt. 2. Der Pfalzgraf bei Rhein stellt sich in der Würde des Verfassungsorgans als oberster Richter in seiner Amtstracht dar. 3. Dieser Münztypus wird von den pfälzischen Nebenlinien ab 1432 übernommen. 4. Das Münzprivileg der Goldenen Bulle wurde von den Nachfolgern der Kurfürsten in Anspruch genommen und vom König bestätigt. 5. Es findet ein Austausch der auf den Münzen befindlichen Punzen unter den verschiedenen Münzstätten statt, wenn nicht sogar die Stempel zentral geschaffen wurden. 6. Kurpfälzische Goldgulden mit dem Beizeichen „Stern“ im Feld sind dem Kurfürsten Ludwig IV. nach 1436 zuzuweisen. 7. Die Münzstätte Oppenheim ist demnach nach 1436 weiter in Betrieb. Der Abend schloß mit einer ausführlich und kenntnisreich geführten Diskussion

Webseite: MedienDeZign GmbH