Hr. David Biedermann, M.A., Münster: „Bärtige Machthaber im Rom des ersten Jahrhunderts v. Chr.“

Am 16.12.2014 referierte Herr David Biedermann, M.A. vom Deutschen Institut für Archäologie in Berlin über das Thema „Bärtige Machthaber im Rom des ersten Jahrhunderts v. Chr.“. Bärte sind seit jeher eine Art Instrument der Selbstdarstellung. Trug man in der frühen Antike regelmäßig Bart, so war ab Alexander d.Großen die Rasur üblich. Trotzdem sind auf Münzen immer wieder Herrscher zu beobachten, die bärtig dargestellt werden. Die Literatur ging bisher stets davon aus, dass bärtige Portraits der Antike als Ausdruck einer Trauer gelten. In Münzbeschreibungen ist häufig der Ausdruck „Trauerbart“ zu finden. Anhand der Beispiele von Marcus Junius Brutus, Octavian und Marc Anton wies der Referent nach, dass die Theorie des Trauerbartes bei den Portraits dieser Herrscher nicht haltbar ist. Die Gründe der Darstellung mit Bart sind unterschiedlich: im Falle des Brutus dürfte er Ausdruck von dessen republikanisch freiheitlicher Gesinnung sein, im Falle des Octavian dient der Bart vielleicht der Unterstreichung seiner Jugendlichkeit und im Falle des Marc Anton könnte er als Rachebart interpretiert werden. Der Bart als Attribut vermittelt jedenfalls unterschiedliche Aussagen – die Bildsprache ist nicht eindeutig. Eine Monokausalität ist in keinem Fall gegeben.

Nach dem Vortrag wurde die traditionelle Tombola der BNG zum Jahresabschluß durchgeführt. Es konnten zahlreiche, vom Münchner Münzhandel gestiftete Preise verlost werden. Der Abend klang mit einem kleinen Umtrunk und interessanten Gesprächen aus.

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