Vortrag von Herrn Dr. Hartmut Kreutzer, München über „Die signierenden Stempelschneider in Syrakus – Selbstbewußte Künstler in einer freien antiken Polis“.

Der Abend des 15. September 2009 verhieß Interessantes. Herr Dr. Hartmut Kreutzer, Amtsrichter im Ruhestand und Kenner antiker Numismatik trug über sein Spezialgebiet „Die signierenden Stempelschneider von Syrakus“ vor zahlreichem Publikum vor. Im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. gelangte die Kunst des Münzstempelschneidens in Sizilien, vor allem in Syrakus, zur schönsten Blüte. Es entstanden in unglaublicher Formenvielfalt Münzkunstwerke von höchstem Rang. Sie gehören wohl zum Besten, was die Stempelschneiderkunst je hervorgebracht hat. Was diese Prägungen ganz besonders faszinierend macht, ist der Umstand, dass viele von Ihnen die Signatur der jeweiligen Stempelschneider tragen. Dass es sich tatsächlich um Stempelschneidersignaturen handelt, ist erst seit 1831 bekannt. Es muss sich bei diesen um selbstbewußte Künstlerpersönlichkeiten gehandelt haben, wie sie sich wohl nur in der Gesellschaft einer freien antiken Polis voll entfalten konnten. Als Meister aller Meister ist der Stempelschneider KIMON zu bezeichnen. Aus seiner Hand stammt der Stempelschnitt einer Quadriga als Revers einer Dekadrachme, die in der Darstellung ihrer Bewegung mit nichts zu vergleichen ist. Diese Münze wurde als Dotation unter Dionysios I., einem Tyrannen und Feldherrn geprägt. Unter dessen Herrschaft fand die Blütezeit der Stempelschneidekunst ihr Ende, da er aus Repräsentationsgründen zur Uniformität gelangte. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Münzdarstellungen illuminiert.

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