Der Abend des 15. Oktobers 2013 führte thematisch zurück zu Kindheitsträumen. Herr Robert Eberlein, Leiter der numismatischen Abteilung der Fa. Degussa, sprach über den Schatz der spanischen Silberflotte und über die Spuren des 1622 versunkenen Silberschiffes Antocha. Nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents, der Landnahme durch spanische Konquistadoren und der Gründung zahlreicher Städte, mußte die wichtigste Entdeckung der Spanier in der Neuen Welt, nämlich die riesigen Gold-, Silber- und Edelsteinvorkommen in das Mutterland verschifft werden. Dazu brach alljährlich im Frühjahr eine Flotte von Spanien nach Amerika auf, um nach dortiger Ankunft in festgelegten Häfen die Edelmetalle und Pretiosen zu übernehmen. Die Rückreise erfolgte zumeist über Kuba und möglichst vor Juli, um den Stürmen der Karibik zuvorzukommen. So auch im Jahre 1622. Die Silberflotte stach in Spanien ab dem 23. März in See, erreichte im Mai die Karibik, nahm über zwei Monate die gewichtige Ladung auf, um dann im Juli nach Habanna und Cartagena zu segeln. Am 04.September des Jahres trat man verspätet die Rückreise nach Spanien an. Die Antocha, für die damalige Zeit ein sicherer Luxusliner mit 82 Soldaten und 20 Kanonen an Bord, fuhr als letztes Schiff der Flotte und geriet mit vier anderen Schiffen in einen schweren Sturm, der die Schiffe auf die Klippen vor der Küste Floridas warf. Dabei ertranken 265 Personen. Versuche zur Bergung der Ladung scheiterten immer wieder. Ein Amerikaner namens Mel Fisher konnte 1985 schließlich das Wrack orten und  901 Barren und 255.000 Münzen im Gesamtgewicht von ca. 25 t bergen. Einer dieser 33,1 kg schweren Silberbarren konnte von der Firma Degussa erworben werden. Die darauf befindlichen Punzierungen und Markierungen wurden abschließend erläutert. Ein spannender Vortrag, der die Numismatik nicht direkt betraf, aber die Voraussetzungen schilderte, um aus den ungeheuren Edelmetallmengen Mittel- und Südamerikas in Spanien von heutigen Sammlern geschätzte Münzen zu prägen.

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