Am 15. März 2011 erfreute Dr. H. Kreutzer aus München seine Zuhörer mit dem Thema „Die Dekadrachmen des Dionysios I. von Syrakus – Münzkunst im Dienste des Tyrannen „. Als der gegen das Karthagerheer kämpfende Feldherr Dionysios im Jahre 405 v. Chr. in Syrakus die Alleinherrschaft an sich riss, hatte die Münzkunst in dieser Stadt bereits eine lange und glänzende Tradition. Die Tetradrachmen der Stadt wurde von begnadeten Stempelschneidern zu bedeutenden Werken der Reliefkunst gestaltet. Unter der Herrschaft des Tyrannen Dionysios I. erfuhr die künstlerische Entwicklung in Gestalt der berühmten Dekadrachmen noch einmal eine bedeutende Steigerung. Für die Konzipierung und Fertigung der Münzstempel gewann der Herrscher die beiden bedeutendsten Stempelschneidekünstler der Zeit, Kimon und Euainetos.

Die durch ihr Format und Aussehen beeindruckenden Dekadrachmen waren zunächst wohl nur als Donative vorgesehen, wurden dann aber schnell zur Hauptwährung von Syrakus. Mit ihnen finanzierte Dionysios Rüstungsvorbereitungen für den nächsten Krieg gegen die Karthager. Die Münzen erfreuten sich großer Beliebtheit – in allen Teilen der griechischen Welt und sogar bei den feindlichen Karthagern übernahm man das Bild der schilfbekränzten Nymphe Arethusa, um so den Nymbus des mächtigen Syrakus für sich zu nutzen und den eigenen Münzen größere Akzeptanz zu verleihen.

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