Der Abend des 14. Mai 2013 wurde der Medaille gewidmet. Herr Dr. Markus Wesche, München berichtete über „Carl Radnitzky (1818-1901), ein Formkünstler und Experimentator der Medaillentechnik aus Wien“.

Als Sammler interessiert sich Dr. Wesche bereits sehr lange für diesen Medailleur, zumal über diesen Künstler nur eine ungünstige Quellenlage vorliegt. Beim Sammeln von Medaillen aus seiner Hand ist man auf den Zufallsmarkt des Münzhandels angewiesen. Nach Schilderung der künstlerischen und beruflichen Laufbahn Radnitzkys, er hat über einhundert Medaillen aber nur einen einzigen Münzstempel (Vereinsdoppeltaler auf die Vollendung der österreichischen Südbahn im Jahre 1857) geschaffen, gab Dr. Wesche einen kurzen Abriß über die Medaillenkunst des 19. Jahrhunderts. Er schilderte die neuen Verfahrenstechniken, die Spindelpresse und Balancier mit sich brachten, den Einfluß, den die französische Medaille durch enorme Plastizität auf den deutschsprachigen Raum hatte und stellte schließlich einige herausragende Medaillen von damals namhaften Künstlern (u.a. Bernhard Loos, Henry Francois Brandt, Bovy) plakativ vor. Mit der dann folgenden Vorstellung von Medaillen, die Radnitzky geschaffen hatte, wurde der Unterschied zu den zuvor vorgestellten Künstlern deutlich. Radnitzkys Hang zum Experiment zeigt sich in vielen Details seiner Medaillen, wie in polierten kleinen Flächen im Relief, Medaillen ohne Randstab (prägeaufwändig mit hohem Fertigungsrisiko) und gravierten (nicht punzierten) Um-/Inschriften. Die Eigenwilligkeit Radnitzkys bei der Medaillengestaltung schilderte Dr. Wesche mit spürbarer Liebe zum Detail. Ein gelungener Vortrag!

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