Das ursprünglich für den 14. Dezember 2010 geplante Thema „Erinnerungen eines alten Münzfreundes – Prof. Dr. Hans-Jörg Kellner erzählt aus seinem numismatischen Leben“ konnte wegen Erkrankung des Referenten leider nicht ausgeführt werden. Die Feier zu seinem 90. Geburtstag mußte ohne den Jubilar stattfinden. Nachdem Herr Dr. Hirsch von der Staatlichen Münzsammlung München die auf den 90. Geburtstag von Prof. Dr. Kellner
alt geprägte Silbermedaille vorgestellt hatte, referierte Herr Dr. Hartmut Kreutzer vor mehr als sechzig Personen zum Thema:

„Flußgott und Nymphe auf den Didrachmen von Kamarina“. Kamarina hat unter den Griechenstädten Siziliens neben dem mächtigen Syrakus und dem prächtigen Akragas die reichste Münzprägetätigkeit entfaltet. In der Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. von den Syrakusanern gegründeten, im Süden der Insel gelegenen Dorerstadt wurden bis zu ihrer Eroberung durch die Karthager im Jahr 405 v. Chr. zahlreiche Münzen von hoher künstlerischer Qualität geprägt. Dazu gehören auch die Zweidrachmenstücke aus dem späten 5. Jahrhundert v. Chr.. Eine Prägung dieser Stücke wurde sehr intensiv vorgestellt. Sie zeigt auf dem Avers einen Flußgott im Halbprofil und auf dem Revers die anmutige Gestalt einer Nymphe auf einem Schwan in einer ästhetisch perfekten Komposition. Dr. Kreutzer interpretiert die auf der Münze zu findende Signatur nicht als die des EUAINETOS und stellt sich damit in den Gegensatz zu bisherigen Interpretationen. Vieleicht wird dadurch eine Diskussion angeregt. Der Abend klang mit einem kalten Buffet und interessanten numismatischen Gesprächen aus.

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