Am 13.Dezember 2011 referierte Herr Dr. Andreas Pangerl über das Thema „Münzen als Medium kaiserlicher Propaganda – dynastische Politik auf römischen Reichsmünzen“. Der in der Pharmaindustrie tätige Mediziner ist engagierter Sammler und arbeitet und forscht privat über römische Münzstempel und römische Militärdiplome. Im Gegensatz zum heutigen modernen Geld dienten römische Münzen dem Informationstransfer. Vor dem Hintergrund von Fragen, wie der römische Kaiser propagandistisch sein Volk erreichen oder wie er die Loyalität seiner Truppen gewinnen kann, legte die römische Reichsverwaltung außerordentlichen Wert auf die Münzgestaltung. Römische Münzen bildeten daher Siege (oder auch keine), besondere Ereignisse und Portraits ab. Bei den Portraits spielte eine große Rolle, wer und wer nicht abgebildet wurde, welche Titel und Texte die Münze ausgestalteten und wie die Portraits mit Frisuren, Beiwerk und Alterszügen dargestellt wurden. Es wurde nichts dem Zufall überlassen. Dr. Pangerl erläuterte die bewußte Vorgehensweise bei der Gestaltung römischer Münzen anhand dreier beispielhafter Münzserien: 1. Die Frauen der julisch-claudischen Dynastie bis zu Agrippina d. Jüngeren; 2. Die Frauen der Adoptivkaiser und 3. Septimus Severus und seine Söhne. Der Vortrag begeisterte durch das Engagement des Referenten und durch die brillanten Fotos herausragend erhaltener römischer Münzen. Die Veranstaltung endete mit der traditionellen Tombola, deren Preise zumeist von namhaften Vertretern des Münchener Münzhandels gestiftet wurden.

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