Veranstaltungen
Bevorstehende Veranstaltungen der BNG in 2012
17. Januar 2012, um 18.15 Uhr
Vortrag von Herrn Wolfram Tillack, München: „Römische Münzen, Bleisiegel, Siegelkapseln - Verbindungen in Portraitkunst und Verwendung“
14. Februar 2012, um 18.15 Uhr
Hauptversammlung mit Kurzvortrag von Dr. Hans Christoph von Mosch, München: "Ein Stempelschneider auf Reisen. Die Antinoos-Medaillons des Hostilios Markellos und Hadrians Reise (131/2 n. Chr.)".
Nach dem Aufenthalt Hadrians in Ägypten 131 n. Chr. bricht die Berichterstattung der Historia Augusta über Hadrians Reisetätigkeit ab. Die Route seiner Rückreise nach Rom ist bisher "a matter of guesswork" (Birley). Mit der Identifizierung eines im Tross mitreisenden Stempelschneiders können nun einige Stationen der Reiseroute von 131/2 rekonstruiert und mit entsprechenden Hinweisen auf Inschriften in Einklang gebracht werden.
20. März 2012, um 18.15 UhrVortrag von Hrn. Dr. Reimann, Dresden: " Einführung in das russische Münzwesen des 17. Jahrhunderts"
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die Geldgeschichte Russlands bis zur Münzreform Peter I. Facettenartig wird versucht, ein breites, bisher sehr schlecht erforschtes Gebiet der russischen Numismatik darzustellen. Es wird die Herkunft verwendeter Geldbegriffe erklärt. Die Münzreform von Alexej Michailowitsch von 1645 bis 1676 Zar und Grosßfürt von Russland bildet den Abschluss.
1. Geld und Geldrechnung des vormongolischen Russland
2. Geld und Geldrechnung der russischen Münzen in Kiew
3. 12. – 14 Jh. sogenannte münzlose Etappe zur Zeit des Einfalls der Tataren
4. Münzetappe des 14. -15. Jh.
5. Währungssystem des russischen Staates im 16. – 17. Jh.
6. Das Währungssystem nach der Münzreform von Peter I.
17. April 2012, um 18.15 Uhr
Vortrag von Hrn. Josef Hackl: "Christoph von Wittelsbach, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, König von Dänemark, Schweden und Norwegen (1440 - 1448). Ein Sohn der Residenz Neumarkt/Opf.
15. Mai 2012, um 18.15 Uhr
Vortrag von Frau Dr. Herta Schwarz, München: „Damastion“
19. Juni 2012, um 18.15 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Bernd Kluge, Direktor der Staatlichen Münzsammlung Berlin: "Für 8 Groschen ist's genug ... Über König Friedrich II. den Großen von Preußen (1740-1786), seine Münzen und die Schwierigkeiten, über beides Bücher zu schreiben".
Am 24. Januar 2012 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag König Friedrichs II. von Preußen (reg. 1740-1786), der schon zu Lebzeiten eine europäische Legende war und den Beinamen "der Große" trug. Seither ist die Diskussion und Legendenbildung um ihn nicht abgerissen und die Literatur über ihn ist schier uferlos. Das Friedrich-Jahr 2012 bringt eine Vielzahl literarischer Neuerscheinungen, mehrere Ausstellungen, eine neue 10 Euro-Gedenkmünze und auch ein neues Buch über seine Münzen. Der Vortrag reflektiert den Friedrich-Kult und Gegenkult in Vergangenheit und Gegenwart und widmet sich dabei natürlich vor allem den Münzen - im Original und in ihren literarischen Bearbeitungen.
17. Juli 2012, um 18.15 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff, Augsburg: „Zwischen Großmachtdarstellung und Krisenbewältigung - Aspekte der Münzpolitik des Kaisers Marcus Aurelius“.
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Rückblicke auf Veranstaltungen der BNG in 2011
Am 12. November 2011 referierte das Ehrenmitglied der BNG, Herr Prof. Dr. Wolfgang Hahn, Verfasser bekannter Kataloge zur bayerischen Numismatik, über das Thema "Die Münzpolitik des Vatikanstaates unter Pius XI. (1922-1939) und Pius XII. (1939-1958)". Nach Abschaffung des alten Kirchenstaates durch den Einmarsch italienischer Truppen im Jahre 1870 gährte die "Kirchenfrage" noch bis zum Abschluß der Lateranverträge im Jahre 1929. Eine Münzkonvention mit Italien folgte erst 1930, die den vatikanischen Münzen nach italienischen Münzfuß eine Umlauffähigkeit garantierte, wobei die Goldmünzen eine Sonderstellung genossen. Die erste Prägung vatikanischer Münzen erfolgte erst im Frühjahr 1931, allerdings mit der Jahreszahl 1929. Nach Darstellung der damaligen Münznominale und der Bedeutung der verwendeten Münzmetalle, ging der Referent auf die Ausgabepolitik ein, die auf Abonnenten, Pilger und Goldanleger abzielte. In den ersten fünf Jahren der Münzkonvention wurden für eine Million Lire Umlaufmünzen geprägt, danach folgte die jährliche Ausprägung von 800.000 Lire. Nach Antritt des Pontifikates durch Pius XII. hatte der Ausbruch des 2. Weltkrieges natürlich Einfluß auf die Münzausgaben. Der Vatikan konnte zwar weitere Münzen prägen, auch Goldemissionen tätigen, jedoch wurden die Silbermünzen durch Papiergeld ersetzt und die Bedeutung von Stahl als Münzmetall gewann zunehmend an Bedeutung. Die deutsche Besetzung Italiens unterbrach die Ausgabe von Umlaufmünzen, es wurden nur Jahrgangssätze in geringer Auflagenhöhe geprägt. Nach der italienischen Münzreform 1946 wurde die Münzkonvention weiterhin jährlich verlängert. Es wurden nun Umlaufmünzen im Wert von 100 Millionen Lire pro Jahr ausgeprägt. Die Ausgabe von Goldmünzen im Nominal von 100 Lire wurde bis 1959 beigebalten. Die Münzpolitik änderte sich unter Pius XII. nicht. Es wurde nicht nur weiterhin mit Sammlern und Anlegern spekuliert, sondern man beabsichtigte auch eine gewisse Präsenz vatikanischer Münzen im römischen Geldumlauf. Auch führte man repräsentative Funktionen aus der Zeit des alten Kirchenstaates fort. Zum Abschluß konnten zwei vatikanischen Jahrgangssätze (1929 und 1950) aus der Sammlung eines anwesenden Sammlers im Original betrachtet werden.
Am 18.10.2011 referierte Herr Dr. des. Boris Kaczynski, Stuttgart, über das Thema "Münze und Kontext. Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Fündmünzenauswertung". Der erste Teil des Vortrages befaßte sich mit der Theorie und der Methode. Dabei wurden Fragen der Zusammensetzung des Münzumlaufs untersucht, quellenkritische Überlegungen angestellt und die Frage nach der Repräsentativität gestellt. Im zweiten Teil seiner Ausführungen übertrug der Referent die theoretischen Aussagen auf eine konkrete Ausgrabung auf dem Castellberg, nahe der Grenze zu Luxemburg. Es handelt sich dabei um eine Höhenbefestigung (Heiligtum?) aus keltischer Zeit mit römischer Kontinuität. Die dabei gefundenen 2699 Münzen wurden statistisch ausgewertet und zahlreiche Schlußfolgerungen daraus gezogen. Interessant ist dabei, dass Fundplätze i.d.R. gleiche Fundstrukturen aufweisen. Im Vergleich mit anderen Fundplätzen kann die Annahme unterstrichen werden, dass als Opfergabe bevorzugt das schlechte (geringhaltige) Geld niedergelegt wird. Die Auswertung nach Typen läßt die Annahme zu, dass die Niederlegung mit vollem Bewußtsein auch anhand des Münzbildes erfolgt.
28. Juni 2011,Vortrag von Dr. W. Günther, München: "Caligula, Milet und ein ehrgeiziges Kulturprojekt"
Nach ehrenvollem Gedenken an Dr. Baldus, der am 13. Juni 2011 unerwartet verstarb und Würdigung seiner Verdienste um die BNG - er war lange Jahre deren Vorsitzender -,
berichtete Herr Dr. Wolfgang Günther über "Caligula, Milet und ein ehrgeiziges Kultprojekt". Dabei schilderte er den Wettlauf um die Kaiserkultehren der kleinasiatischen Städte in den ersten beiden Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung und dokumentierte einzelne Ereignisse dieses Geschehens mit Bronzemünzen der beteiligten Städte. Milet eröffnete den Wettstreit mit der Prägung einer Münze mit dem Bildnis Caligulas im Jahre 40 n. Chr. Der Weiterbau eines schon zu diesem Zeitpunkt 200 Jahre alten unfertigen Tempelbaus sollte mit diesem Kaiserkult durch Caligula erneut angeschoben werden. Antike Geschichtsschreiber unterstellten dem Kaiser Caesarenwahn und an seiner Vergottung zu arbeiten. Durch gefundene Epigraphen und deren Interpretation konnte der Referent diese Vorwürfe als unrichtig entkräften. Auch waren erste Anfänge des Kaiserkultes in Kleinasien bereits auf Augustus zurückzuführen. Mit der Ermordung Caligulas kam das Projekt schließlich wieder zum Stillstand, um zum Ende des 1. Jahrhunderts erneut aufzuflammen. Die mit dem Standort verbundene Prestigemacht drückte man nun durch eine Titulatur aus. Pergamon und Ephesos traten im 2. Jahrhundert in das Konkurrenzgerangel um den Kaiserkult und der damit verbundenen Titelsucht der Städte ein. Eine letzte Münze zu diesem Thema prägte schließlich Milet im Jahr 238 n.Chr. Ein eher letztes, kraftloses Aufflammen des Kaiserkultes. Der Tempel wurde nie vollendet!
Am 17. Mai 2011 referierte Herr Dr. Manfred Gutgesell, Hannover vor gut besetztem Saal über das spannende Thema "Die vorptolemäische Münzprägung in Ägypten". Zunächst führte der Ägyptologe in die ägyptische Geschichte in der zu betrachtenden Zeit des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis 333 v. Chr. ein. Es ist eine Zeit der Auseinandersetzung mit den Persern, die immer wieder Versuche der Eroberung Ägyptens unternahmen. Die schließlich erfolglosen Verteidigungsanstrengungen Ägyptens mittels griechischer Söldnertruppen erforderten Finanzmittel in Form von Naturalien, ungemünztem und wohl auch gemünztem Edelmetall. Alexander der Große machte dem Treiben der Perser in Ägypten schließlich ein Ende. Ein Goldstater dieses Herrschers mit dem Beizeichen eines Widderkopfes zeugt davon, wenn man dieses Beizeichen als Chnum (ägyptische Gottheit) interpretiert und damit die Prägung dieser Münze nach Memphis legen kann. In der Folge stellte Dr. Gutgesell eine Anzahl von Münzen dar, die alle einen Bezug zur vorptolemäischen Zeit Ägyptens aufwiesen. Darunter befanden sich eine Tetradrchme des Artaxerxes mit Name und Titel in demotischer Schrift, eine Kleinbronze des Sabakes, eine Tetradrachme des Mazakes, ein Nebu-Nefer-Goldstater aus der Zeit des Nektanebos II. und viele anderes Stücke. Interessant waren auch Münzen mit ägyptischen Gegenstempeln (Hieroglyphe "nefer" = gut). Die gezeigten und seltenen Münzen bieten sicherlich Anreiz, dieses Thema weiter zu bearbeiten und zu vertiefen.
Auf Anregung von Prof. Dr. Kellner arbeitet Herr Dr. Hubert Ruß, München z.Zt an einem weiteren, großen numismatischen Werk, das die mittelalterliche Münzprägung von Würzburg umfassend darstellen wird.
Am 12. April 2011 stellte Dr. Ruß vor über fünfzig Zuhören, darunter Prof. Dr.Kellner selbst und namhafte Vertreter der Fa. Künker aus Osnabrück, einen Zwischenstand seiner Arbeiten vor. Zunächst schilderte er in wesentlichen Zügen die Stadtgeschichte Würzburgs, die untrennbar mit der des Bistums Würzburg verwoben ist. Das drückt sich auch in den mittelalterlichen Münzprägungen aus. Von den Anfängen als königliche Münzstätte unter Ludwig d. Kind um 900 schilderte er die Emissionen der deutschen Könige bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts. Dabei wurden zahlreiche Münzfunde und Urkunden ausgewertet. Der Übergang zur bischöflichen Prägung erfolgte langsam in der ersten Hälfte des gleichen Jahrhunderts. Anonyme Denare Meginhards I. zeugen davon. Es wurden zahlreiche Denare mit unterschiedlichen Darstellungen und die Entwicklung der Legenden vorgestellt. Die Prägung von Denaren wechselt sich mit der Prägung von Halbbrakteaten und diese wiederum mit der von Denaren ab. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erscheinen auch Insignien der weltlichen Macht von Kirchenmännern auf den Prägungen. Und Anfang des 13. Jahrhunderts sind auf Münzen Würzburgs erstmals die Namen von Münzbeamten feststellbar. Es folgte eine Ikonographie Würzburger Pfennige nach 1250. Dabei erscheint erstmals der lateinische Name Würzburgs "Herbipolis" auf Münzen. Nach der Schilderung von Pfenniggeld auf Würzburger Schlag und dessen Niedergang durch Verschlechterung des Feingehalts, umriß Dr. Ruß die neuen Münztypen mit Regierungsantritt von Gerhard von Schwarzburg am Ende des 14. Jahrhunderts. Es wurden Goldgulden, Halbgroschen, Pfennige und einseitige Pfennige geprägt. Während die Goldgulden singulär blieben, bekamen die Halbgroschen Vorbildfunktion für andere Münzstätten. Die Sammler dürfen auf die Herausgabe des Werkes von Dr. Hubert Ruß gespannt sein.
Anschließend holte Prof. Dr. Hans-Jörg Kellner seinen im Dezember 2010 aus Krankheitsgründen ausgefallenen Vortrag "Erinnerungen eines alten Münzfreundes" nach. Dieser Vortrag ist als eine Reminiszenz an seine 75-jährige Mitgliedschaft in der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft zu werten.
Die Ungewöhnlichkeit dieser langen Mitgliedschaft muß nicht hervorgehoben werden. Bereits im Jahre 1936 trat der damalige Gymnasiast in die BNG ein. Zum einen wollte er die von den Nationalsozialisten verfügte Einziehung von in seinem Besitz befindlichen Goldmünzen verhindern, zum anderen trieb ihn aber auch ein echtes Interesse am Münzsammeln zu diesem Schritt. Er schilderte in dem ihm eigenen Humor seine ersten Kontakte zur Staatlichen Münzsammlung, zu den sie repräsentierenden Personen und schließlich seinen Eintritt in die BNG am 26.11.1936. Er war der "Benjamin" im damaligen Kreise würdiger alter Herren, darunter so bekannte Namen wie Noss und Kress. Die Teilnahme an seiner ersten Generalversammlung der BNG am 09.12 1936 ist Prof. Dr. Kellner in sein Gedächtnis eingebrannt: nach hitziger Diskussion über aktuelle Themen schritt man zur (auch heute noch üblichen) Weihnachtsverlosung. Die mit allerlei Münzen gut gefüllten Beutel wurden verlost, von den würdigen alten Herren gesichtet, nach Entnahme einiger Münzen zusammengeschüttet und schließlich dem jüngsten Mitglied übergeben. Überreichlich zu Weihnachten beschenkt, konnte der Gymnasiast dann selig und beglückt nach Hause ziehen. Tempora mutantur! Die zufällige Erwerbung einer sassanidischen Drachme und das dadurch erweckte Interesse an diesem Gebiet gaben ihm eine Möglichkeit, im Februar 1938 zu diesem Thema in der BNG einen sogar in der Presse erwähnten Vortrag zu halten. Nach dem Abitur 1939 änderte sich das Leben des bis dahin sorgenfreien Schülers radikal. Es folgte die Einberufung zur Wehrmacht, Kriegsdienst vornehmlich an der Ostfront und schließlich russische Kriegsgefangenschaft bis Ende 1948. Trotz dieser Zeit gingen Kontakte zu bekannten Numismatikern und Sammlern nie verloren. Durch seine Kontakte zum damaligen Leiter der Staatlichen Münzsammlung in München wurde H.-J. Kellner zum Studium der Vor- und Frühgeschichte mit Nebenfach der Bayerischen Geschichte und der Numismatik animiert. Dieses Studium, seine Kontakte und die allerorts mit Begeisterung wieder aufgenommene Arbeit führten ihn schließlich auf einen beruflichen Weg, den man in der Rückschau als herausragend, erfüllend und anerkannt bewerten muß. Schon früh stellte Prof. Dr. Kellner internationale Kontakte und Freundschaften zur Förderung der Numismatik her. Bekannte Namen wie Peter Berghaus, Gert Hatz, Vera Jammer und Margildis Schlüter begleiteten ihn. Hervorzuheben sind u.a. seine Forschungen über keltiche Münzen anläßlich der Ausgrabungen in Manching. Die BNG unterstützte er immer nach Kräften, zeitweise war er deren erster Vorsitzender. In dieser Funktion steuerte er die Gesellschaft durch schwere Zeiten und bot ihr stets Heimat und Orientierung. Auch nach seiner Ruhestandsversetzung blieb Prof. Dr. Kellner ein unruhiger Geist mit zahlreichen Forschungsgebieten und Veröffentlichungen. Er hat sich um die Gesellschaft unsterblich verdient gemacht. Dafür gebührt ihm entsprechender Dank.

Nach der Generalversammlung der BNG am 15. Februar 2011, auf der der alte Vorstand entlastet und von den zahlreich anwesenden Mitgliedern für eine neue Amtsperiode wiedergewählt wurde, hielt Herr F. Haymann, M.A., München einen Vortrag zur "Münzprägung in Aigeai in Kilikien". Nach grundlegenden Erläuterungen zur Geschichte, Lage und Bedeutung der Stadt Aigeai, stellte der Referent die Bedeutung der Münzprägung der Stadt in den Gesamtkontext des kilikischen Raumes. Anschließend ging er auf einzelne Prägungen von Aigeai ein und stellte diese vor. Herr Haymann kam dabei zu folgenden Schlüssen: 1. Die kilikische Silberprägung reiht sich ein in die umfassenden wirtschaftlichen Maßnahmen Hadrians in Kleinasien. 2. Bei der Einrichtung einer kilikischen Binnenwährung nahm Aigeai eine Schlüsselrolle ein. Sie war die erste Stadt, die Silber verprägte. 3. Als Prägeanlässe dienten in erster Linie die Würdigung der kaiserlichen Anwesenheit und militärische Aktivitäten.
Zur ersten Sitzung im neuen Jahr trug Herr Dr. Markus Wesche, Numismatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, am 18.01.2011 zum Thema "Totengedenken für einen schönen Knaben, oder: Leben mit Medaillen in der italienischen Frührenaissance" vor.
Dr. Wesche stellte dar, dass die Portraitmedaille in Italien seit den 1430er Jahren viele Wurzeln und Triebkräfte hatte. Dazu zählen Funde römischer Münzen, ein Hunger nach Portraitdarstellungen in den Niederlanden und in Italien und der Aufstieg selbstbewußter Landesherren resp. Mitglieder des hohen Klerus. Dies alles drängte nach Darstellung und Verewigung bedeutender Individuen. Dabei spannte Dr. Wesche den Bogen von Portraitdarstellungen auf Leinwand, über Fresken, den ersten Renaissancemedaillen, Münzen der Renaissance, bis hin zu Medaillondarstellungen in kostbaren Handschriften der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die ihre Vorbilder häufig bei Portraits auf antiken Münzen suchten. Der Schwerpunkt der Ausführungen lag natürlich bei den Medaillen. Es wurde deren Entwicklung anhand einiger Beispiele dargestellt: das immer feiner werdende Zusammenspiel zwischen Avers und Revers der Medaillen, die an Bedeutung gewinnenden Umschriften bis hin zur "sprechenden" Medaille und Stilmittel bedeutender Medailleure, die häufig aus der Zunft der Gold- und Silberschmiede kamen und somit Erfahrung im Umgang mit Metallen hatten. Ein besonderer Fall stellte dabei die Totenehrung für einen schönen jungen Pagen in Rom im Jahre 1474 dar, dem das vom Durchmesser her größte Exemplar aus dem ersten Jahrhundert der Medaille gewidmet wurde. Ein brillanter Vortrag mit schönen Illustrationen!
Rückblicke auf Veranstaltungen der BNG in 2010
Das ursprünglich für den 14. Dezember 2010 geplante Thema "Erinnerungen eines alten Münzfreundes - Prof. Dr. Hans-Jörg Kellner erzählt aus seinem numismatischen Leben" konnte wegen Erkrankung des Referenten leider nicht ausgeführt werden. Die Feier zu seinem 90. Geburtstag mußte ohne den Jubilar stattfinden. Nachdem Herr Dr. Hirsch von der Staatlichen Münzsammlung München die auf den 90. Geburtstag von Prof. Dr. Kellner

geprägte Silbermedaille vorgestellt hatte, referierte Herr Dr. Hartmut Kreutzer vor mehr als sechzig Personen zum Thema:
"Flußgott und Nymphe auf den Didrachmen von Kamarina". Kamarina hat unter den Griechenstädten Siziliens neben dem mächtigen Syrakus und dem prächtigen Akragas die reichste Münzprägetätigkeit entfaltet. In der Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. von den Syrakusanern gegründeten, im Süden der Insel gelegenen Dorerstadt wurden bis zu ihrer Eroberung durch die Karthager im Jahr 405 v. Chr. zahlreiche Münzen von hoher künstlerischer Qualität geprägt. Dazu gehören auch die Zweidrachmenstücke aus dem späten 5. Jahrhundert v. Chr.. Eine Prägung dieser Stücke wurde sehr intensiv vorgestellt. Sie zeigt auf dem Avers einen Flußgott im Halbprofil und auf dem Revers die anmutige Gestalt einer Nymphe auf einem Schwan in einer ästhetisch perfekten Komposition. Dr. Kreutzer interpretiert die auf der Münze zu findende Signatur nicht als die des EUAINETOS und stellt sich damit in den Gegensatz zu bisherigen Interpretationen. Vieleicht wird dadurch eine Diskussion angeregt. Der Abend klang mit einem kalten Buffet und interessanten numismatischen Gesprächen aus.
23. Nov. 2010 Vortrag von Hrn. K. Olbrich, München: "Im Pantheon Constantins des Großen"
Die Sitzung am 23. November 2011 stand wieder im Zeichen der Antike. Herr Konstantin Olbrich, engagierter Sammler und Mitglied des BNG-Vorstandes sprach vor gut vierzig Zuhörern über das Thema "Im Pantheon Constantins des Großen - Kultgeräte zur Versöhnung alter und neuer Staatsgötter". Constantin der Große gilt landläufig als der erste christliche Kaiser des römischen Imperiums. Christliche Geschichtsschreiber haben dazu manche Legende gewoben. So bleibt der berühmte Ausspruch "In hoc signo vinces" vor der Schlacht um Rom im Jahre 312 n.Chr. für die Christenheit das Symbol des Anfangs eines neuen Weltzeitalters. Auf den Münzemissionen Constantins läßt sich die rein christliche Glaubensausrichtung dieses Kaisers jedoch nicht eindeutig nachweisen. Zwar erscheinen nach 312 n.Chr. durchaus zunehmend christliche Symbole wie das Christusmonogramm auf seinen Münzen, jedoch sind in der Münztypologie nichtchristliche Brandaltäre und andere Symbole der alten, nichtchristlichen Staatsreligion Roms weiterhin Standard. Dabei ist nicht selten eine Vermischung christlicher Symbole mit denen der alten römischen Staatsreligion auf den Münzen Constantins zu beobachten. Als listenreicher Machtpolitiker ließ Constantin auf seinen Münzen Neues sicherlich erst dann zu, wenn sich keiner mehr daran störte. In diesem Sinne war Constantin eher Bewahrer und Brückenbauer. Vielleicht, so das Resumée von Konstantin Olbrich, ist das der Grund, Constantin I. heute als großen Römer zu interpretieren.
19. Okt. 2010 Vortrag von Hrn. Prof. Dr. Hubert Emmerig, Wien: " Stammlande und Peripherie: Münzgeld im Karolingerreich"
Der bekannte Numismatiker Prof. Dr. Hubert Emmerig vom Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien zog mit seinem Vortrag "Stammlande und Peripherie: Münzgeld im Karolingerreich" fast fünfzig Zuhörer an. Prominent unter ihnen waren Herr Künker jr. aus Osnabrück und Herr Wittenbrinck, der Schatzmeister der DNG. Unter Hinweis auf Parallelen zum heutigen Euro-Raum schilderte Prof. Emmerig die unmittelbaren Folgen der Münzreform von 793/94. Sie hatte für die anschließenden 100 Jahre ein einheitliches Aussehen der Denare und ein einheitliches Gewicht der Münzen zur Folge. Diese Reform dokumentiert ein starkes Interesse der Karolinger am Geld- und damit Wirtschaftswesen im Reich. Im frühen 9. Jahrh. verfügte Ludwig der Fromme über ca. 50 Münzstätten im Kerngebiet des Reiches. Großfunde von Münzen aus dieser Zeit belegen, dass die dort geprägten Münzen weitläufig umliefen und das Reich als ein Währungsgebiet zu betrachten ist. Die von den fränkischen Königen erlassenen Kapitularien bestätigen die Wichtigkeit des Geldwesens: von ca. 300 Kapitularien befassen sich ca. 30 mit dem Münzwesen, zwei von ihnen ausschließlich. Auch die Verfolgung von Falschmünzern ist ein Thema. Im Langobardenreich wurde die dort übliche goldene Tremissis zunächst übernommen, dann kopiert und ab ca. 785 durch Silberdenare ersetzt. Dieses kluge Vorgehen wurde für einzelne Gebiete sogar noch bewußt verzögert, um Verwerfungen im monetären Gefüge der Randbereiche des Reiches zu verhindern. Im bayerischen und österreichischen Raum existierte bis ins frühe 9. Jahrhundert mit Ausnahme von Wien keine Münzstätte. Die um 820 gegründete Münzstätte in Regensburg produzierte nur marginal. Die in diesen Gebieten nur geringe Geldpräsenz nährte sich mit Prägungen aus Italien und dem Zentrum des Frankenreiches. Nach einigen Ausführungen über die Bedeutung von Münzprivilegien zur damaligen Zeit, resümierte Prof. Emmerig, dass in der Karolingerzeit eine erhebliche Geldpräsenz festzustellen ist. Sie war an wirtschaftlicher Potenz gekoppelt. Die damalige Geldpolitik weist nicht unerhebliche Parallelen zur heutigen Geldpräsenz im Euroraum auf.
Am Sonntag, den 10. Oktober fanden sich 16 Mitglieder zusammen, um im Rahmen der Jahresexkursion die Stadt Augsburg zu besichtigen. Unter Führung von Herrn Ernst Stempfle, dem Vorsitzenden des dortigen Münzvereins, wurde zunächst eine detaillreiche, kurzweilige und interessante Stadtführung durchgeführt, die im Rathaus der Stadt endete. Dort wurde die Gruppe vom Augsburger Bürgermeister Herrn Weber empfangen und mit einer Rede begrüßt. Er umriß die lange Geschichte Augsburgs, diese Stadt ist nach Trier schließlich die zweitälteste Stadt Deutschlands, stellte sich den vielen Fragen im persönlichen Gespräch und erläuterte abschließend den berühmten Goldenen Saal des Rathauses mit seiner prachtvollen Barockdecke. Nach einem Mittagessen gestärkt, wurde die Gruppe nachmittags durch das Maximilianmuseum geführt, das über herausragende Sammlungen verfügt. Ein besonderer Augenmerk wurde natürlich auf die dortige Münzsammlung geworfen. Auch wurde die Gelegenheit genutzt, die im Museum stattfindende Bayerische Landesausstellung 2010 "Bayern - Italien" zu besichtigen. Der anstrengende, aber lehrreiche und interessante Tag schloß mit einer kurzen Erholung bei Kaffee und Kuchen und der verspätet angetretenen Rückfahrt nach München. Herrn Stempfle sei an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank für die herausragende organisatorische Vorbereitung des gelungenen Tages und für seine aktive Begleitung ausgesprochen!
21. Sept. 2010 Vortrag von Herrn Dr. Markus Peter, Basel:"Die Höhle der Falschmünzer"? Ein Blick in die Unterwelt des 3. Jahrh. n. Chr.
Nicht alltägliche Funde aus einem unterirdischen Gewölbe in der römischen Koloniestadt Augusta Raurica (Augst, Schweiz) werfen Fragen zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des 3. Jahrhunderts auf, insbesondere in numismatischer Hinsicht: Mehrere Tausend Münzgussformen erlauben Einblicke in die provinzielle Geldproduktion. Im Mittelpunkt des Vortrages werden neue Erkenntnisse zur alten Frage nach der Funktion von nachgegossenen Münzen der römischen Kaiserzeit stehen.
20. Juli 2010 Vortrag von Herrn Dr. Walter Grasser, München: "Zum Münchner Münzhandel". Nirgendwo in Deutschland ist der Münzhandel so konzentriert wie in München, neue, junge Firmen aber auch Handelshäuser die seit Generationen Münzen handeln befinden sich in enger Nachbarschaft und habe manche interessante Geschichte zu erzählen.
22. Juni 2010 Vortrag von Frau Prof. Dr. Linda Maria Günther über "Die Göttinnen und Herrscherinnen auf hellenistischen Münzen"
Am 22. Juni 2010 sprach Frau Prof. Dr. Linda-Marie Günther von der Ruhruniversität Bochum über "Göttinnen und Herrscherinnen auf hellenistischen Münzen". Ausgangspunkt war dabei die Frage, inwiefern sich das Verhältnis zwischen einem hellenistischen Monarchen und einer unter seiner Herrschaft stehenden bzw. einer nominell freien Stadt (polis) in der Verwendung eines Bildnisses der Gattin des Machthabers bzw. einer anderen Familienangehörigen spiegelt. In diesem Kontext wurden die Prägungen von Ephesos-Arsinoeia und Smyrna-Eurydikeia verglichen mit denjenigen Emissionen, die direkt von dem Monarchen als dem Prägeherren im Umlauf gebracht wurden, z.B. die Bronzemünzen des Ptolemaios Keraunos mit dem Bildnis der halbverschleierten Arsinoe II.. Ausgangspunkt war aber eine Bronzeprägung der Inselrepublik Rhodos aus der Zeit bald nach dem großen Erdbeben von 228/7, die offenbar die ptolemäische Königin Berenike II. zeigt; allerdings darf hier vermutet werden, dass im Sinne einer internationalen Ambivalenz der verschleierte Frauenkopf auch als Göttin, z.B. Demeter oder Isis interpretiert werden könnte. Ganz ähnlich sind die Darstellungen der syrakusianischen Königin Philistis als Demeter zu interpretieren. Als Vorläufer des Bildtypus eines halbverschleierten Frauenkopfes wurden Prägungen von Pyrrhos in Syrakus, die Phthia-Bronzen und Silbermünzen von Kos um 350 v.Chr. vorgestellt, deren Interpretation indessen nur spekulativ sein kann.
18. Mai 2010 Vortrag von Hadrian Rambach, London über "Die Apollon-Marsyas Gruppe auf Gemmen, Kameen und Medaillen"
Hadrian Hambach, ein in Paris geborener, jetzt in London lebender und seit 2006 selbständiger Kunsthändler hielt am 18.05.2010 einen Vortag über die Apollon-Marsyas-Gruppe auf Gemmen, Kameen und Medaillen. Marsyas, ein phrygischer Silen und Flußgott, Meister im Flötenspiel, forderte Apollon zum Wettstreit heraus, den Apollon jedoch gewann. Dieser schindet Marsyas aufgrund seines Sieges. Diese Szene, die erstmals auf attischen Vasen um 435 v.Chr. geschildert wird, taucht auf einer Gemme, die zwischen ca. 30 v. und 20 n.Chr. in feinster Qualität geschnitten wurde, wieder auf. Sie wurde im 16. Jahrhundert auf einen goldenen Ring montiert, der eine Umschrift eines Aureus des Nero aufweist. Das Kunstwerk wird daher als Siegel des Nero bezeichnet. Die Darstellung der Schindung des Marsyas wurde in der Renaissance von bedeutenden Künstlern als Auftragsarbeiten reicher, italienischer Familien immer wieder als Kameen geschnitten. Sechs solcher Stücke sind heute, verteilt auf bedeutende Museen der Welt, bekannt. Ein weiteres Stück solcher Qualität aus dem 15. Jahrhundert tauchte vor einiger Zeit in London auf. Natürlich gibt dieses Stück anlaß zu Spekulationen bzgl. seiner Provenienz, zumal es offenbar auch auf einem zeitgenössischen Bildnis einer vornehmen Dame erkennbar ist. Eine sichere Zuweisung ist aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten jedoch nicht möglich. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurden auch viele Plaketten und Medaillen mit dem hier besprochenen Motiv gefertigt. Heute kursieren viele Kopien, die im Laufe der Zeit sowohl von den Gemmen, als auch den Kameen und Medaillen hergestellt wurden. Der Vortrag wurde von zahlreichen Fotografien der besprochenen Objekte begleitet
20. April 2010 Vortrag von Dr. Ulrich Klein, Stuttgart mit dem Titel "Der Münzschatz von Lauchheim und die deutsche Goldguldenprägung im 15. Jahrhundert"
Der Abend des 20.04.2010 strotzte vor Gold. Herr Kiendl erhielt vom Vorsitzenden der Gesellschaft die goldene Bene-Merenti-Medaille für fünfzig Jahre Mitgliedschaft und anschließend referierte Herr Dr. Ulrich Klein, pensionierter Leiter des Münzkabinetts Stuttgart und Mitherausgeber der Süddeutschen Münzkataloge über den Münzschatz von Lauchheim und die deutsche Goldguldenprägung. Anhand von großen Goldguldenfunden wie denen in Marbach, Regensburg oder Lohndorf aber auch den eher kleineren Fund von Lauchheim läßt sich die Entwicklung der Goldguldenprägung in deutschen Gebieten gut nachvollziehen. Die zeitlich früher verborgenen Goldschätze, wie der aus Marbach, enthalten noch deutliche Anteile von nicht in deutschen Gebieten geprägten Goldgulden. Der Siegeszug dieses Münztyps begann schließlich in Florenz mit dem Fiorino d' oro in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die ersten Beischläge trugen noch das Stadtwappen von Florenz, die Lilienblüte und den Stadtheiligen, Johannes d. Täufer. Der Münzherr war nur aufgrund der Legende zu erkennen. Bei der nächsten Entwicklungsstufe wurde die Lilienblüte durch das Wappen des Prägeherrn ersetzt. Schließlich trat an die Stelle des Stadtheiligen von Florenz die Darstellung eines eigenen Heiligen. Seine besondere Bedeutung bekam diese Leitmünze des Spätmittelalters durch die Ende des 14. Jahrhunderts einsetzende Prägung der rheinischen Kurfürsten. Der Fund von Lauchheim, dessen Schlußmünze aus dem Jahre 1436 stammt und der im Februar 2007 bei einer Hausrenovierung entdeckt wurde, spiegelt diese Entwicklung ebenfalls wider. Der 84 Münzen enthaltene Goldschatz setzte sich aus 47 Gulden der rheinischen Kurfürsten, 26 Münzen der Reichsmünzstätten, 6 städtischen Prägungen und 5 Goldgulden weltlicher Herrscher zusammen. Die "Internationalität" der Münzen war hier nicht mehr gegeben. Numismatisch herausragend war im Lauchheimer Fund ein Goldgulden aus der Münzstätte Wiener Neustadt. Das dritte bekannte Stück dieser Art. Der Vortrag wurde durch herausragende Fotos aus allen Funden illustriert und endete mit einem kurzen Überblick über die weitere Geldgeschichte zum Ende des 15. Jahrhunderts.
16. März 2010 Vortrag von Manfred Mehl, Hamburg zu "Magdeburger Pfennige und die Raubzüge der Wikinger"
Der hamburger Autor zahlreicher numismatischer Werke, Herr Manfred Mehl, glänzte am 16. März 2010 mit seinem Vortrag "Magdeburger Pfennige und die Raubzüge der Wickinger". Nach einer Einführung in die frühe Geschichte Magdeburgs, seiner Gründung und seiner Entwicklung durch mächtige gekrönte Förderer, kam Herr Mehl auf die 965 an Magdeburg verliehenen Münz- und Zollrechte zu sprechen. Die daraus resultierenden Münzen sind bis heute unbekannt. Erst seit 1079 sind Magdeburger Münzen in ihrem Aussehen zuzuordnen. Am bekanntesten sind natürlich die nach Vorbild der Otto-Adelheid-Pfennige geprägten Münzen. Nach Darstellung einiger Münzbilder damaliger Magdeburger Münzen geht der Autor auf die Fundverteilung von Magdeburger Münzen ein. Norddeutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Rußland und Polen zeigen ein dichtes Fundnetz, was dem damaligen Handelsmonopol der Wickinger geschuldet ist. Diese führten nicht nur Raubzüge durch. Sie kannten auch den Handel unter kaufmännischen Gesichtspunkten. Obwohl die Wickinger auch im Westen Europas auftauchten., sind dort keine Funde zu verzeichnen. Der Grund könnte darin liegen, dass dort eigenes Münzgeld geprägt wurde und "fremdes" Geld in eigenes umgemünzt wurde. Der Vortrag schloß mit Erklärungen von Münzbildern Magdeburgischer Brakteaten.
23. Februar 2010Generalversammlung der BNG mit Kurzvortrag von Dr. Hans Christoph von Mosch, "Zur kaiserzeitlichen Münzprägung von Aizanoi in Phrygien".
Nach der Generalversammlung der BNG am 23.02.2010 dokumentierte Herr Dr. Hans-Christoph von Mosch sein umfangreiches Wissen über antike Numismatik mit dem Vortrag "Zur kaiserzeitlichen Münzprägung von Aizanoi in Phrygien". Das antike Aizanoi in der heutigen Türkei auf ca eintausend Meter Höhe gelegen ist neuzeitlich nur von einem Dorf überlagert, das durch Erdbeben stark beschädigt wurde. Der daraufhin einsetzende Abzug der Bevölkerung war ein Glücksfall für die Archäologen, die in den 1970er Jahren sofort mit intensiven Grabungen begannen. Viele Inschriften konnten geborgen werden. Auch ein gut erhaltener, dem Zeus geweihter Tempelbau aus domizianischer Zeit wurde freigelegt. Dieser Bau führte aufgrund von früheren Münzen mit dem Bildnis des Zeus zu Vermutungen, dass bereits ein früherer Zeustempel aus der Zeit des Augustus in Aizanoi vorhanden sein musste. Durch eine lange Kette von Indizien wurde diese Vermutung untermauert. Als gesichert ist heute anzunehmen, dass Aizanoi ein wichtiges Kultzentrum der Zeusverehrung war. Durch diese Bedeutung hob sich die Stadt in der Antike von den Nachbarn herausragend ab.
19. Januar 2010 Vortrag von Frau Dr. Ursula Kampmann, Basel über "Die Briefe des Hans von Schellenberg. Ein Beispiel für das Münzsammeln um 1600"
Am 19.01.2010 sprach Frau Dr. Ursula Kampmann vor knapp viezrig Zuhörern über "Die Briefe des Hanns Schellenberg - Ein Beispiel über das Münzsammeln um 1600". Die bekannte Numismatikerin hatte die archivierten Briefe des im Jahre 1552 geborenen Schellenbergs, der westlich des Überlinger Sees einige Gebietsflecken besaß, ausgewertet. Der studierte Jurist Schellenberg interessierte sich für Geschichte und kam so zum Münzsammeln. Seine mit bestimmten Briefpartnern, die ihrerseits ebenfalls Münzsammler waren, geführte Korrespondenz behandelt zu ca zehn Prozent numismatische Themen und bietet Einblick in die damalige Welt der Sammelleidenschaft. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind nicht zu übersehen: man hatte Angst, Fälschungen aufzusitzen, man suchte einschlägige Literatur, die damals wesentlich seltener war als heute und auch menschliche Unzulänglichkeiten, wie Mißgunst und Neid, ließen sich in den Texten erkennen. Ergiebige Quellen für den Sammler waren damals Geschenke (in ihnen manifestierte sich die gesellschaftliche Schichtung und Sozialisation), Münzfunde, der Handel und Gold- und Silberschmiede. Einblicke in den damaligen Münzhandel, der vielschichtiger war als der heutige, ließ die Auswertung der Korrespondenz ebenfalls zu. Ein Fazit des Vortages war jedenfalls, das die Geschichte des frühen Münzhandels erst noch geschrieben werden muß.
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Rückblicke auf vergangene Veranstaltungen der BNG in 2009
15. Dezember Weihnachtsfeier der BNG mit Tombola und Kurzvortrag von Direktor Dr. Dietrich Klose, Staatliche Münzsammlung, über "Hans Riggauer (1849-1907), Direktor des Königlichen Münzkabinetts in München 1894-1907".
Am Abend des 15.12.2009 konnten über dreißig Mitglieder und Gäste zur letzten Sitzung der BNG im Jahr begrüßt werden. Der Leiter der Staatlichen Münzsammlung, Herr Dr. Klose referierte über einen seiner Vorgänger im Amt, Herrn Dr. Hans Riggauer. Der spätere Numismatiker wurde 1849 in München geboren. Er absolvierte nach seiner akademischen Ausbildung eine ansehnliche Karriere im Königlichen Münzkabinett, dessen Vorsteher er letztlich wurde. Auch wurde er als ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Neben einer aktiven Rolle in der BNG, er war eines der Gründungsmitglieder, schuf er zahlreiche Schriften zur Numismatik. Er pflegte internationale Kontakte, unterstützte Sammler durch seine fachliche Hilfsbereitschaft und verschaffte dem königl. Münzkabinett das Ansehen einer anerkannten Institution in der numismatischen Welt. Ein Schlaganfall raffte Riggauer schließlich im Jahre 1908 dahin. Nach dem Vortrag fand die beliebte Weihnachtstombola der BNG statt, die dank der Spendenbereitschaft von Münzhandlungen aus Osnabrück, Leipzig und München und einigen Sammlern mit fast sechzig Preisen aufwarten konnte. Ein voller Erfolg - den großzügigen Spendern sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.
17. November Vortrag von unserem Mitglied Günter Kuhn über vormünzliche Zahlungsmittel mit dem Titel "Geld ist, was gilt" mit anschließender Führung durch die themengleiche Ausstellung in den Räumen der Staatlichen Münzsammlung.
Die Veranstaltung vom 17. November 2009 führte durch die neue Ausstellung der Staatlichen Münzsammlung München, die unter dem Motto "Geld ist, was gilt" vormünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt zeigt. Zuvor stimmte der Ko-Autor des die Ausstellung begleitenden Kataloges und Mitinitiator der Ausstellung, Herr Günter Kuhn, die zahlreichen Teilnehmer auf das Thema mittels eines Vortrages ein. Dabei wurden sie in exotische Gebiete unserer Erde und teilweise in weit zurückliegende Zeiträume entführt. Sie lernten Federgeld, Muscheln, Schnecken oder Hundezähne aus Ozeanien genauso kennen wie sog. Katangakreuze aus Kupfer, Manillen oder Eisengeldformen aus Afrika. Interessant waren auch die ungewöhnlichen Formen der Kesselgongs aus Indonesien oder des Kanonengeldes von den Sunda-Inseln. Als älteste Stücke wurden chinesische Kauriimitationen aus vergoldeter Bronze des 6./5. Jahrhundert v.Chr. gezeigt. Nach Kenntnisnahme der handwerklichen Fähigkeiten, die zur Herstellung dieser Geldformen notwendig waren, sprach keiner der Teilnehmer mehr von "Primitivgeld". Die Begriffe "Primärgeld" und "vormünzliche Zahlungsmittel" beschreiben dieses Sammelgebiet treffender. Sowohl die Besichtigung der Austellung als auch der Erwerb des begleitenden Kataloges (ISBN 3-922840-24-8) sind empfehlenswert.
20. Oktober 2009 Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Joachim Walser über die rechtliche Seite des Münzsammelns im Hinblick auf die Neuerungen durch das Kulturgüterabkommen mit dem Titel "Altes Sammeln und Handeln unter dem neuen Recht"
Der 20. Oktober 2009 informierte ein großes Auditorium über ein hochaktuelles Thema. Herr Rechtsanwalt Joachim Walser aus München sprach über das Thema "Altes Sammeln und Handeln unter dem neuen Recht". Herr RA Walser traf damit ein die Münzsammler brennend interessierendes Thema, das einen hochaktuellen Bezug besitzt durch in Fach- und Tagespresse verbreitete Berichte über staatsanwaltliche Ermittlungen, Gerichtsverfahren und Urteile, Sammler betreffend, die angeblich gegen das Kulturgüterrückgabegesetz verstoßen und damit der Hehlerei beschuldigt werden. Neuere Gerichtsurteile belegen, dass die Exekutivbehörden einer Fehlinterpretation des Kulturgüterrückgabegesetzes aufsitzen, denn die wenigsten Kulturgüter, die älter als 100 Jahre sind und gehandelt werden, entstammen Raubgrabungen. Durch Politisierung des Themas ist auch ein publizistisches Forum geschaffen worden, das durch Neid und Mißgunst begünstigt wird. Das Eigentum wird durch das Grundgesetz geschützt. Der Eigentümer kann also nach Belieben damit verfahren. Das BGB schreibt die Vermutung fest, dass der Besitzer auch der Eigentümer eines beweglichen Gutes ist. Bei Zweifel muß gem. ZPO der Staat das Gegenteil nachweisen. Die Redlichkeit des Besitzers ist also so lange anzunehmen, bis ein besseres Eigentum bewiesen werden kann. Angehalten und beschlagnahmt werden können nur Waren, die in entsprechenden Verzeichnissen konkret benannt sind (Listen). In diesem Zusammenhang gilt auch die Aufzeichnungspflicht von Münzen, die einen Einzelwert von über Euro 1.000,-- darstellen. Jeder Händler und Sammler sollte sich nicht in eine kriminelle Ecke drängen lassen, sondern stolz auf die Erhaltung und Pflege von Kulturgut sein. Sollte ein Sammler trotzdem in die Optik übereifriger Strafverfolgungsbehörden geraten, gilt es, Ruhe zu bewahren, mit der Behörde zu kooperieren ohne seinen Rechtsstandpunkt aufzugeben und umgehend einen Anwalt einzuschalten.
11. Oktober 2009 Jahresexkursion nach Pfreimd mit Vortrag über die Geschichte und Münzen von Leuchtenberg und Hals, sowie gemeinsamen Mittagessen und Besichtigung der Burg Leuchtenberg und der Burg Trausnitz.
Die Jahresexkursion 2009 führte 32 Mitglieder der BNG und der Vereinigung Münchener Münzfreunde 1972 am 11. Oktober nach Pfreimd in der Oberpfalz. Dort mit dem Bus angekommen, wurden die Teilnehmer im Sitzungssaal des Rathauses vom 1. Bürgermeister der Stadt, Herrn Arnold Kimmerl, bei einem Glas Sekt herzlichst willkommen geheißen. Nach Einführung in die Geschichte der Stadt und ihrer Verbundenheit mit dem Geschlecht der Grafen von Leuchtenberg durch Herrn Helmut Friedl, dem Autor des Buches "Die Münzen der Landgrafen von Leuchtenberg und Grafen von Hals", wurden die archäologisch freigelegten Reste des Schlosses Pfreimd und die bemerkenswerte Barockkirche Mariä Himmelfahrt mit ihren Rotmarmor-Epitaphen von Leuchtenberger Landgrafen besichtigt. Durch ein vorzügliches Mittagsmahl im Gasthof "Das Landhaus" in Trausnitz gestärkt, konnten sich Gastgeber und Gäste an die Besichtigung der Burgruine Leuchtenberg wagen. Das imposante Baudenkmal wird auch "Akropolis der Oberpfalz" genannt. Es zeugt noch als Ruine von einstiger Macht und Größe ihrer Erbauer. Nach Rückkehr in Pfreimd erwartete die Gäste der Höhepunkt der Exkursion. Herr Friedl präsentierte den Gästen in einer eigens dafür und herausragend arrangierten Ausstellung seine Sammlung der Münzen und Medaillen der Landgrafen von Leuchtenberg und Grafen von Hals. Die Kenntnis und die detailversessene Verliebtheit des Ausstellers zu seinen Objekten war dabei allseits spürbar. Der Besuch endete mit einer von den Gastgebern privat arrangierten Kaffee- und Kuchentafel im Gebäude des Pfreimder Klosters. Der Abschied erfolgte mit erheblicher Verspätung und natürlich mit Wehmut. Den Gastgebern sei an dieser Stelle nochmals herzlichst für den herrlichen und beeindruckenden Tag gedankt.
15. September 2009 Vortrag von Herrn Dr. Hartmut Kreutzer, München über "Die signierenden Stempelschneider in Syrakus - Selbstbewußte Künstler in einer freien antiken Polis".
Der Abend des 15. September 2009 verhieß Interessantes. Herr Dr. Hartmut Kreutzer, Amtsrichter im Ruhestand und Kenner antiker Numismatik trug über sein Spezialgebiet "Die signierenden Stempelschneider von Syrakus" vor zahlreichem Publikum vor. Im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. gelangte die Kunst des Münzstempelschneidens in Sizilien, vor allem in Syrakus, zur schönsten Blüte. Es entstanden in unglaublicher Formenvielfalt Münzkunstwerke von höchstem Rang. Sie gehören wohl zum Besten, was die Stempelschneiderkunst je hervorgebracht hat. Was diese Prägungen ganz besonders faszinierend macht, ist der Umstand, dass viele von Ihnen die Signatur der jeweiligen Stempelschneider tragen. Dass es sich tatsächlich um Stempelschneidersignaturen handelt, ist erst seit 1831 bekannt. Es muss sich bei diesen um selbstbewußte Künstlerpersönlichkeiten gehandelt haben, wie sie sich wohl nur in der Gesellschaft einer freien antiken Polis voll entfalten konnten. Als Meister aller Meister ist der Stempelschneider KIMON zu bezeichnen. Aus seiner Hand stammt der Stempelschnitt einer Quadriga als Revers einer Dekadrachme, die in der Darstellung ihrer Bewegung mit nichts zu vergleichen ist. Diese Münze wurde als Dotation unter Dionysios I., einem Tyrannen und Feldherrn geprägt. Unter dessen Herrschaft fand die Blütezeit der Stempelschneidekunst ihr Ende, da er aus Repräsentationsgründen zur Uniformität gelangte. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Münzdarstellungen illuminiert.
23. Juni 2009 Konstantin Olbrich "Rule Britannia - zur Schiffsdarstellung auf Münzen Theodosius des Großen"
Es referierte Herr Konstantin Olbrich, ein engagierter Sammler und Kenner der spätantiken und byzantinischen Numismatik, über das Thema "Rule Britannia - zur Rolle Britanniens in der dynastischen Selbstdarstellung Theodosius des Großen" vor über dreißig interessierten Personen.
Vor dem Hintergrund numismatischer Typentradition sowie einer spätrepublikanisch-kaiserzeitlichen Literatur, nach welcher Britannien neben Indien eine topisch herausgehobene Rolle für den römischen Weltherrschaftsanspruch zu spielen pflegte, erschließt sich aus Billonprägungen der östlichen Münzstätten der Beginn der dynastischen Propaganda Theodosius des Großen. Dieser ließ auf Maiorinen des Jahres 383 seinen wohl zeitgleich zum Staatsgott erhobenen Vater als Britannienfahrer darstellen. Dessen Siege auf der Insel scheinen als Hinweis auf die von der göttlichen Vorsehung bestimmte, künftige Herrschaft seiner Nachkommen propagiert worden zu sein. Deren Herrschaft wurde sodann durch das vertraute Mittel antiken Weltärendenkens zum Ergebnis göttlichen Wollens erklärt: Danach zeigte sich der Heilsplan der Gottheit darin, dass just nach Ablauf einer - zahlensymbolisch durch das Tau-Kreuz begründeten - Ära von 300 Jahren nach der ‚endgültigen’ Unterwerfung Britanniens durch Agricola im Jahr 83 der Enkel des Britanniensiegers Theodosius, Arcadius, 383 den Thron besteigen sollte. Die fehlende Übernahme der neuen östlichen Münzpropaganda durch Gratian bzw. ihre nur eingeschränkte Übernahme durch Valentinian II. im Westen zeigt, dass die damit vollzogene Dynastiegründung seitens des valentinianischen Kaiserhauses zurückgewiesen wurde. Magnus Maximus dürfte das daraus folgende, schwere Zerwürfnis zwischen West und Ost sowie die strittige Dynastiepropaganda seines angeblichen Verwandten Theodosius zur Umsetzung eigener Herrschaftspläne benutzt haben.
19. Mai 2009 Dr. Friedrich Burrer "Andriskos oder Philip V.? Zur Datierung einer mittelhellenistischen Tetradrachmenserie".
Am 19. Mai 2009 kamen die Antikenfreunde der Gesellschaft voll auf ihre Kosten. Herr Dr. Friedrich Burrer, Numismatiker, stv. Direktor der Landesbank Baden-Württemberg und Leiter des Edelmetall- und Münzkabinetts sprach über das Thema "Andriskos oder Philipp V.? Zur Datierung einer mittelhellenistischen Tetradrachmenserie." Diese Münzen wurden in der Vergangenheit immer wieder mit Andriskos als Prägeherren in Verbindung gebracht. Andriskos, ein Usurpator, der sich als Sohn des Perseus ausgab, versuchte mit seleukidischer Hilfe Makedonien zu erobern, scheiterte jedoch und wurde 146 v. Chr. von Rom hingerichtet. Makedonien wurde als römische Provinz vollends eingezogen. Spannend und einfallsreich stellte Dr. Burrer seine Forschungsergebnisse zu den besagten Silberserien dar. Die Umstände und die Zusammensetzung der Münzfunde sprechen eindeutig gegen Andriskos als Prägeherren. Auch liegen keine Stempelumschnitte vor, wie vielfach behauptet, sondern vielmehr sich weiterentwickelnde Stempelbrüche. Auch gibt die Bildanalyse bezogen auf die Fragestellung nichts her. Stilistische, typologische, technische und statistische Betrachtungen lassen Dr. Burrer zum Schluß kommen, dass Andriskos offenbar keine Münzen zur Finanzierung seiner Kriegszüge prägte. Vielmehr griff er auf altes, vorhandenes Geld zurück. Der Grund dieses Handelns bleibt jedoch im Dunkel der Geschichte verborgen.
21. April 2009 Leider verstarb plötzlich und unerwartet Frau Sylvia Mani Hurter aus Zürich,
ihr am 21. April geplanter Vortrag wird daher nicht stattfinden und durch den Vortrag von Frau Marija Maric-Jerinic, Nationalmuseum Belgrad, "Die Medaillensammlung des Nationalmuseums in Belgrad - Entstehung, Entwicklung und Struktur" ersetzt.
Der 21. April 2009 führte das Auditorium der Sitzung in die serbische Hauptstadt Belgrad. Frau Maria Maric Jelinic, Kustodin für Medaillen, Münzen der Neuzeit und Ehrenzeichen am Nationalmuseum in Belgrad stellte die Entstehung, Entwicklung und Struktur der Medaillensammlung des Nationalmuseums in Belgrad vor. Nach einigen grundsätzlichen Anmerkungen über des Nationalmuseum in Belgrad, dessen Sammlungen von der Urgeschichte bis zur Neuzeit reichen und sich hauptsächlich aus Ausgrabungen und Schenkungen rekrutieren, wurden Fotos von Spitzenstücken der Sammlungen gezeigt. Die Schwerpunkte der numismatischen Sammlung liegen bei der Antike, dem Mittelalter (Byzanz u. Serbien) und bei den osmanischen Münzen. Die Ehrenzeichensammlung besitzt große Bedeutung für die Phaleristik. Auch die Medaillensammlung stellt eine bedeutende Einheit dar, unterlag jedoch seit ihrer Gründung immer wieder Einflüssen, die ihr nicht immer förderlich waren. In erster Linie, und das ist auch noch heute das Konzept der Sammlung, soll sie die Geschichte Serbiens dokumentieren. Dementsprechend enthält die Sammlung viele Medaillen, die den Kampf gegen das Osmanische Reich belegen. Die Sammlung wird systematisch vergrößert und ausgebaut.
17. März 2009 Vortrag von Herrn Udo Willkens - "Die Münzprägung der Lusignans und ihrer Nachfolger auf Zypern bis zur osmanischen Besetzung der Insel im Jahr 1570"
Am 17. März 2009 stellte Herr Udo Willkens, Schriftführer der Gesellschaft und engagierter Sammler "Die Münzprägung der Lusignans und Ihrer Nachfolger auf Zypern bis zur osmanischen Besetzung der Insel im Jahr 1570" vor. Nach einem kurzen Abriß der sechstausendjährigen vorchristlichen und mitunter sehr wechselhaften Geschichte der Insel, wurde die Rolle Roms und des Byzantinischen Reiches für Zypern dargestellt. Der Antikenfreund kam dabei auch auf seine Kosten, da an den römischen und byzantinischen Münzprägungen auf der Insel nicht vorbeigegangen werden konnte. Mit der eher zufälligen Eroberung der Insel durch den englischen König Richard Löwenherz während des dritten Kreuzzuges endete die byzantinische Herrschaft, um nach kurzen Intermezzen der des französischen Adelsgeschlechtes des Lusignans im Jahr 1193 Platz zu machen. Während der fast dreihundertjährigen Herrschaft der Lusignans spielten sich Machtkämpfe ,Verrat und auch Mord im kostbaren Rahmen einer überfeinerten, höfischen Kultur ab, in der sich französische Traditionen seltsam mit den Sitten orientalischer Despoten mischten. Die Lusignans hinterließen numismatische Spuren in Form von Bezants Blancs, Grossi, Halbgrossi und einigen Kleinmünzen, die alle vorgestellt und im Rahmen der wirtschaftspolitischen Zusammenhänge erläutert wurden. Interessant waren dabei die auf machen Münzen feststellbaren Beizeichen und der Wechsel von lateinischen zu französischen Umschriften. Die Lusignans mussten schließlich dem intrigantem venezianischen Einfluß im Jahre 1489 weichen. Die venezianische Herrschaft wird numismatisch nur mit Kleinmünzen in Form von Carzien und Sezins belegt. Auch diese geringhaltigen Kleinmünzen wurden vorgestellt. Das abschließende numismatische Zeugnis stellt schließlich einen kupfernen Bezant dar, der währund der osmanischen Belagerung Famagustas von den venezianischen Verteidigern 1570 geprägt wurde. Für die nächsten 307 Jahre blieb die Insel in der Hand der Osmanen.
17. Feb. 2009 Generalversammlung mit Kurzvortrag von Dr. Walter Grasser - "Ein Numismatiker von Bedeutung: Franz Ignaz von Streber (1758-1841)"
Nach einführenden Worten des Direktors der Staatlichen Münzsammlung München, Herrn Dr. Dietrich Klose, mit denen er u.a. um die Verhinderung des Verkaufes und der möglichen Auflösung der einmaligen Welfensammlung der ehemaligen hannoverschen Könige durch Unterschriftensammlung warb, fand die Generalversammlung der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft statt. Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit und Genehmigung der Tagesordnung, berichtete der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Kristian Nicol Worbs, über die Aktivitäten der Gesellschaft im Jahre 2008. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist als erfreulich zu charakterisieren. Nach Vorstellung des neuen Jahrbuches Nr. 58, stellte der Kassenwart die Finanzlage der Gesellschaft dar. Danach erfolgte die Abnahme der Jahresrechnung, die Entlastung des Vorstandes und der Dank an Herrn Dr. Hubert Russ für seine langjährige Tätigkeit als Kassenprüfer. An seiner statt wurde Herr Heimann in das Amt gewählt. Abschließend beschloß die Generalversammlung, Herrn Paul Niggl wegen seiner Verdienste um das Thema "Musiker in nummis" und seiner sechzigjährigen Mitgliedschaft die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft zu verleihen.
Das Jahrbuch Nr. 58 ist mit seinen vielen interessanten Beiträgen dem langjährigen, ehemaligen Vorsitzenden der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, Herrn Dr. Hans Roland Baldus gewidmet. Es enthält auch ein Schriftenverzeichnis dieses verdienten Numismatikers. Herr Prof. Dr. Johannes Nollé überreichte nach Würdigung des Werkes von Dr. Baldus im Rahmen einer Laudatio diesem ein Exemplar des Jahrbuches. Die BNG wünscht Herrn Dr. Baldus nach seiner Zurruhesetzung noch viele Jahre voller Schaffenskraft zum Wohle der Numismatik.
Zum Abschluß der Sitzung referierte Herr Dr. Walter Grasser über das Thema "Ein Numismatiker von Bedeutung: Franz Ignaz von Streber (1758 - 1841). Franz Ignaz von Streber stammte aus einfachen Verhältnisssen und absolvierte eine aussergewöhnliche Karriere im bayerischen Klerus. Neben seinen kirchlichen Aufgaben übernahm er 1785 die Leitung des kurfürstlichen Münzkabinetts, nachdem ihm zuvor die Numismatik durch damals namhafte Sammler nahe gebracht worden war. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften über antike und neuzeitliche Numismatik und hielt viele Vorträge. Durch bedeutende Zukäufe baute er den Bestand der Sammlung zielstrebig aus - aber auch die Säkularisation, die Mengen an Münzen und Medaillen aus Klöstern in die Sammlung schwemmte, half ihm dabei. Den sozial stets engagierten Kirchenmann, der mit der Ernennung zum Ritter des bayerischen Verdienstordens in den persönlichen Adelsstand erhoben wurde, ehrte seine niederbayerische Heimatgemeinde Reisbach schon bald nach seinem Tode mit einer Gedenksäule, die heute noch zu bewundern ist
20. Jan. 2009 Dr. Michael Matzke - "Neue Forschungen zur frühen ionischen Münzprägung (Teos, Phokaia, Milet, Priene)"
Am 20. Januar 2009 trug Herr Dr. Michael Matzke zum Thema "Neue Forschungen zur frühen ionischen Münzprägung (Teos, Phokaia, Milet und Priene)" vor. Vor dreißig Zuhörern stellte der Referent die Grundfragen, was Geld überhaupt sei und welche Auswirkungen Geld auf die Gesellschaft habe. Die frühe Münzprägung im antiken Griechenland ist daher ein interessantes Forschungsobjekt, dessen wichtigstes Forschungsfeld in diesem Zusammenhang die Rekonstruktion der Prägeserien der einzelnen Stadtstaaten ist. Ausgehend von den ersten Münzpägungen in Lydien, die als genormte und punzierte Elektron-, später Goldbarren einen bestimmten Wert garantierte, lassen sich durch setzen "zeitlicher Anker" kontinuierliche Entwicklungen in den Münzprägungen der ionischen Stadtstaaten beobachten. So wird nicht nur sehr früh die Bedeutung von Großmünzen (Elektron und Gold) für den Fernhandel erkannt, sondern auch die Prägung von kleinen Nominalen für das lokale Gewerbe und den heimischen Handel. Zu diesem Zwecke emittierte man Silbermünzen, deren Wertstufen man durch Stückelung festlegte. Beim Versuch der zeitlichen Einordnung der Prägeserien wird auch die Analyse der Münzbildentwicklungen zu Hilfe genommen. Mit diesem Ansatz läßt sich für die Zeit nach Kroisos eine kontinuierliche, aufeinander abgestimmte Prägetätigkeit in den ionischen Stadtstaaten feststellen. Das wiederum ist als Hinweis auf ein frühes, intensives Wirtschaftsleben in diesem geographischen Bereich und als realistische Einschätzung von Geldwerten durch die antiken Wirtschftsteilnehmer zu werten
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Rückblicke auf Veranstaltungen der BNG in 2008
09. Dez. 2008 Weihnachtsfeier mit Kurzvortrag von Manfred Schulze "Seltene Bildnisse des bayerischen Königs Otto"
Dienstag 18. Nov. 2008 in der Staatlichen Münzsammlung München 18.15 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Dietrich Berges, Universität Hamburg "Die klassizistischen Gemmen der Sammlung Maxwell Sommerville im University of Pennsylvania Museum, Philadelphia"
21. Okt. 2008 Vortrag von Herrn Dr. Andreas Kaiser (Münzhandlung Künker), Osnabrück, mit dem Titel: "Prägungen des Ostseeraumes - Schwedische und Europäische Geschichte auf Münzen und Medaillen"
Die Kalmarer Union von 1397, die unter dänischer Führung ganz Skandinavien umfasste, hielt nicht viel länger als ein Jahrhundert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts löste sich Schweden unter der Führung von Gustav I. Vasa aus der Union heraus und strebte seitdem die Vorherrschaft im gesamten Ostseeraum an. Dies führte zu zahlreichen Auseinandersetzungen, vor allem mit Dänemark, Rußland, Polen und Preußen, aber auch mit anderen europäischen Staaten. Kaum eine andere Quelle bildet die historischen Beziehungen Schwedens mit seinen Nachbarn besser ab als die überlieferten Medaillen und Münzen, die durchaus auch gezielt für die Vermittlung von politischen Botschaften eingesetzt wurden.
Dies soll an Hand einer Auswahl aus der im Oktober 2008 in der Friedensstadt Osnabrück zur Versteigerung gelangenden Sammlung der schwedischen Adelsfamilie Bonde auf Schloß Ericsberg verdeutlicht werden. Diese Sammlung wurde von David Gotthard Hildebrand gegen Ende des 18. Jahrhunderts begonnen und bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts fortgeführt. Ein großer Teil der Sammlung liegt seit 1808 unberührt.
Samstag 11. Oktober 2008 Jahresexkursion der BNG nach Leogang (per Bus, Abfahrt 8.30 Uhr HBF München, Ausgang Nord) zur Ausstellung "Geprägte Geschichte - 800 Jahre Münzen im Erzstift Salzburg" mit persönlicher Führung durch den Verfasser des neuen zweibändigen, numismatischen Werkes der Salzburger Münzen, Dr. Helmut Zöttl.
16. September 2008 Dr. Wolfgang Fischer-Bossert, ANS New York - Berlin "Die Dekadrachmen von Athen"
25. Juli 2008 Besuch der Stadt Freising mit Besichtigung einer Sammlung Freisinger Münzen
August Sommerpause
17. Juni 2008 Dr. Karsten Dahmen, Münzkabinett Berlin "Die Legende von Alexander dem Großen im antiken Münzbild"
27.Mai 2008 Dr. Bernhard Weisser, Münzkabinett Berlin "Erdbebenhilfe durch Tiberius in Kleinasien. Die Basis von Pozzuoli und numismatische Zeugnisse"
15. April 2008 Dr. Martin Hirsch, Staatliche Münzsammlung München "Die Münzen aus dem Freisinger Domchorgestühl sowie Allgemeines zur Fundsituation in bayerischen Kirchen"
13. März 2008 um 13.00 Uhr Besuch des Bayerischen Hauptmünzamtes
11. März 2008 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Frau Dr. Szeiklies-Weber, München mit dem Titel: "Nuss, Fritz der Vater und Karl Ulrich, der Sohn. Gedanken zu Ihren Medaillen". Herr Prof. Nuss wird persönlich anwesend sein!
19. Februar 2008 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Generalversammlung der BNG mit anschließendem Vortrag von Herrn Josef Hackl (Mitglied der BNG und zweimaliger Elegiuspreisträger) mit dem Titel: "Mäzen und Förderer der Kunst, König Ludwig I. von Bayern und sein Freund Bertel Thorwaldsen, dänischer Bildhauer"
15. Januar 2008 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Prof. Dr. Peter Robert Franke, München - "Die antiken Münzen mit dem Taubenorakel von Dodona".
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Rückblicke auf Veranstaltungen der BNG in 2007
11. Dezember 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München, BNG Weihnachtsfeier mit Tombola und Vortrag von Herrn Dr. Walter Grasser, München: "Die Geschichte des Münchner Münzhandels von der Vergangenheit bis zur Gegenwart".
20. November 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Prof. Dr. Johannes Nollé, München "Geldwertstabilität und Stadtkultur: Die Abkehr des Römischen Reiches von solider Finanzpolitik und die Folgen".
16. Oktober 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Dr. Hubert Emmerig, Wien "Probleme mit schlechtem Geld in Bayern im 15. Jahrhundert"
18. September 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Prof. Dr. Bernd Kluge, Berlin "Moneta Avrea. Das Gold der goldenen Bulle"
August: Sommerpause ohne Veranstaltung
15 Juli 2007 Jahresexcursion nach Neuburg an der Donau mit Besichtigung des Residenzschlosses und des Münzkabinetts mit der grössten deutschen Keltensammlung aus dem Besitz von Stefan Schörghuber, München, Stadtführung und gemeinsamen Mittagessens.
19. Juni 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Dr. Bernd Kreiler, München, mit dem Titel "Prominente Statthalter der Triumvirn auf Münzen".
15. Mai 2007 um 18.15 in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung München. Vortrag von Herrn Dr. Gerd Stumpf, Staatliche Münzsammlung München, mit dem Titel: "Waage, Gewicht und Geld im Wandel der Zeiten".
24. April 2007 um 18.15 im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Vortrag von Herrn Udo Willkens, Wolfratshausen, "Der Krimkrieg (1853-1856) und die auf ihn geprägten Medaillen"
20. März 2007 im Münchner Künstlerhaus 18.15, Vortrag von Herrn Ulf Dräger, Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt, mit dem Titel: "Moneta Hallensis".
27. Februar 2007 Generalversammlung der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft 2007 Wichtigstes Thema: Umbesetzungen des Vorstands der Gesellschaft. Ausgeschieden sind Herr Prof. Dr. Bernhard Overbeck, sowie Herr Prof. Dr. Johannes Nollé. Neu hinzugekommen sind die Herren: Dr. Dietrich O.A. Klose (Staatliche Münzsammlung München), Herr Dr. Christoph von Mosch (Münzhandlung Gorny&Mosch), sowie Herr Klaus Christiansen (ehemals Schriftführer der BNG)
23. Januar 2007 um 18.15 im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Vortrag von Herrn Prof. Dr. Robert Franke, München „Statuen und Münzbilder der Philosophen Chrysippos und Aratos aus Soloi-Pompeiopolis “Die kilikische Stadt Soloi-Pompeiopolis prägte 163/165 und 244/245 n. Chr. Bronzemünzen mit dem Bildnis der von hier stammenden berühmten Philosophen Chrysippos und Arator aus hellenistischer Zeit. Bisher war umstritten, wer darauf war. Mit Hilfe der literarischen Überlieferung, alten und neuen archäologischen Zeugnissen sowie mehrerer bislang unbekannter Münzen lässt sich das jetzt eindeutig entscheiden und historisch einordnen.
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Rückblicke auf Veranstaltungen der BNG in 2006
12. Dezember 2006 um 18.15 im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Weihnachtsfeier der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft mit Kurzvortrag von unserem Ehrenvorsitzenden Herrn Karl Gebhardt. Der Münchner Ritterorden "Harbni" 1850 - 1981
1. Chronic - Gründung, Embleme, Ablauf
2. HARBNI Lokale, Treffen, Feste - Mitglieder-Grossmeister, Ritter, Ehrenritter und deren Wappen, sowie Medaillen und Orden
3. Ausklang: Harbni Zimmer im Künstlerhaus, Nachlass Monacensia. Harbni Medaillen im Börsch Katalog Nr. 91/92, 93, 97, 296 und 29
21. November 2006 um 18.15 Uhr im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Vortrag von Herrn Dr. Joachim Zeitz, Bad Homburg. Autor des Prachtbandes "Napoleons Medaillen". "Die Medaillen Napoleons" Napoleons Erfolgsgeschichte vom korsischen Landadel zum mächtigsten Mann Europas ist nicht nur seinen militärischen Leistungen zuzuschreiben, sondern auch seiner geschickten Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Im weiten Feld der Propaganda sind die Künste ein wichtiges Kapitel. Neben der Malerei, Skulptur und Architektur ist vor allem die Kunst der Medaille für Napoleon von Bedeutung. Kein Herrscher vor ihm hatte so viele Medaillen prägen lassen wie Napoleon.
14. Oktober 2006 10.00 Uhr im Künstlerhaus am Lenbachplatz
Jubiläumsfeier - 125 Jahre Bayerische Numismatische Gesellschaft unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber. Am 14. Oktober 2006 fand die Jubiläumsfeier unserer Gesellschaft mit Vorträgen und Festessen im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz statt. Angereist waren Gäste aus ganz Deutschland. Nach der Begrüßungsrede de Vorsitzenden folgten Grußworte der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, der Frankfurter Numismatischen Gesellschaft, der Neumarkter Münzfreunde, der Münchner Münzfreunde und der Tyroler Numismatischen Gesellschaft. Im Anschluß folgten die drei folgenden Festreden:
10.30 Uhr Vortrag von Herrn PD Dr. Kay Ehling, Staatliche Münzsammlung München, "Münzen im neuen Testament“
11.15 Uhr Vortrag von Herrn Dr. Markus Wesche, Bayerische Akademie der Wissenschaften, München, „Vom Fürstenlohn zum Fürstenruhm – Überlegungen zu den Medaillen des Hauses Wittelsbach 1750 – 1850 aus Anlass der Begründung des Königsreiches vor 200 Jahren“
12.00 Uhr Vortrag von Herrn Dr. Dietrich Klose, kommissarischer Sammlungsleiter der Staatlichen Münzsammlung München „ Bayern: Münzen und Geld im 19. Jahrhundert“
Gegen 13.30 stärkte man sich bei gemeinsamem Mittagessen im Festsaal des Künstlerhauses
15.30 Uhr begann die Führung durch die Schatzkammer in der Münchner Residenz
17.00 Uhr Empfang in der Bibliothek der Staatlichen Münzsammlung mit Möglichkeit der Ausstellungsbesichtigung
„Königlich Bayerisches Geld“
Fröhlicher Ausklang der Veranstaltung war gegen 18.15
19. September 2006 18.15 Uhr in der Staatliche Münzsammlung München . Vortrag von Frau Dr. Claudia Maué, Kunsthistorikerin in Nürnberg "Franz Andreas Schega, Porträtist des geistigen Bayern. Bildnisreliefs und Medaillen". Ausgehend von zwei im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg verwahrten Porträts des Johann Caspar von Lippert und Andreas Felix von Oefele, zwei Mitgliedern der 1759 gegründeten Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wird die Werkgruppe der Bildnisreliefs von F.A.Schega (1711-1787) vorgestellt. In engem Zusammenhang mit seinen Porträtmedaillen schuf F.A.Schega hier eigenständige plastische Bildwerke, die verschiedene Gruppen der geistigen Elite Bayerns zur Regierungszeit Max III. Joseph in repräsentativen, fein charakterisierten Porträts vorführen. Neben der Gegenüberstellung von Reliefs und Medaillen werden Aspekte der Herstellungstechnik, der Vermarktung, der Funktion der Medaillonporträts als Raumschmuck und ihre Bedeutung als Zeugnisse für den Geschmackswandel im späteren 18. Jahrhundert beleuchtet.